Spartipps Island - Viel Insel für wenig(er) Geld

14.06.2018

Wer Island besucht, ist verzaubert. Die Natur zeigt hier ihre ganze Kraft: heiße Quellen und Geysire, mächtige Gletscher und spektakuläre Wasserfälle. Und im Winter die Magie der Nordlichter. Kein Wunder, dass die Vulkaninsel immer beliebter wird und seit einigen Jahren auf der Liste der Trendreiseziele ganz oben steht.

Leider müssen Nordland-Fans für einen Urlaub im Land der Elfen und Trolle oft tief in die Tasche greifen. Island ist seit jeher ein teures Reiseziel, und der Touristenboom der letzten Jahre hat die Preise noch einmal steigen lassen. Ein Bier kostet schon mal 8 €, eine Pizza 25 €, und eine Übernachtung in einem einfachen Hotel schnell über 100 €.

Wie Sie trotzdem einen günstigen Island-Urlaub verbringen können, verraten unsere folgenden zehn Spar-Tipps.

1. Reisezeit

Die meisten Touristen kommen zur Sommersaison von Juni bis August nach Island. Dann sind die Tage am längsten und die Chance auf warme Temperaturen am größten. Wer allerdings zeitlich nicht an die Sommerferien gebunden ist, sollte unbedingt die Nebensaison nutzen. Von September bis Mai ist es deutlich leerer, und man zahlt weniger für Flüge und Unterkünfte.

Wer mit dem Mietwagen unterwegs sein und möglichst viel von Island sehen will, sollte die Monate April, Mai, September und Oktober nutzen. Dann ist das Wetter immer noch gemäßigt, es fällt nur in den Bergen Schnee und die meisten Straßen sind problemlos befahrbar. Auch im Winter ist Island einen Besuch wert. Die Tage sind dann zwar kurz und das Wetter unkalkulierbar, aber die verschneite Landschaft und vereiste Wasserfälle haben ihren ganz eigenen Reiz. Außerdem sind im Winter die Chancen am größten, Nordlichter zu sehen, und nur dann sind die märchenhaften Eishöhlen des Vatnajökull begehbar. Die langen Abende verbringt man entweder gemütlich am Kaminfeuer oder in Reykjavíks spannender Musik- und Club-Szene.

 

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2. Hinkommen

Den Flughafen Keflavík südwestlich von Reykjavík fliegen nicht nur Linienfluggesellschaften sondern mittlerweile auch Billig-Airlines an. Die isländische Low-Cost-Airline WOW Air fliegt regelmäßig von Düsseldorf, Frankfurt und Berlin-Schönefeld aus nach Keflavík. In der Nebensaison bekommt man den Hin- und Rückflug schon ab etwa 100 € zuzüglich Gepäckgebühren. Auch Icelandair, Norwegian und Eurowings haben manchmal gute Sonderangebote.

Wie immer gilt: Wer frühzeitig bucht, die Nebensaison nutzt und bei den genauen Abflugdaten und -uhrzeiten flexibel ist, kann am meisten sparen.

3. Herumkommen

Der Transfer vom Flughafen ins rund 50 Kilometer entfernte Reykjavík kostet mit den Bussen von Straeto etwa 20 € pro Strecke. Von Reyjavík wird eine Fülle von Tagesausflügen, Touren bis hin zu mehrtägigen Ausflugspaketen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten angeboten. Bei der Vielzahl an Anbietern lohnt es sich, Preise zu vergleichen, und oft erhält man bei der Buchung mehrerer Ausflüge einen Kombi-Rabatt.

Wer das Land flexibel bereisen und auch dünn besiedelte Ecken erreichen möchte, sollte einen Mietwagen nehmen. Dabei kostet der Geländewagen natürlich mehr als der einfache Pkw. Wer allerdings von Frühling bis Herbst reist und nicht ins Hochland fahren will, kann auf Allrad gut und gerne verzichten.

 

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Nicht sparen sollte man allerdings an einer Vollkasko-Versicherung. Auch wenn die Straßen gut ausgebaut sind, ist das Risiko eines Steinschlags oder Reifenschadens in Island einfach höher als in anderen Ländern. Günstige Mietwagen findet man beispielsweise über www.guidetoiceland.is.

4. Region

Wie bei allen Reisezielen gilt: Orte die in jedem Reiseführer stehen, sind oft überlaufen und teuer. Und das sind in Island alle touristischen Ziele im Umkreis von ein bis zwei Tagen um Reykjavík herum, allen voran der "Golden Circle". Wer das ursprüngliche Island kennen lernen möchte, ohne große Besucherparkplätze voller Reisebusse, sollte schnell den Großraum Reykjavík und den Südwesten verlassen.

Der Traum vieler Island-Reisender ist die komplette Runde auf der Ringstraße, einmal um die Insel herum. Doch auch wenn die 1300 Kilometer lange Strecke suggeriert, danach die Insel "komplett" gesehen zu haben, sollte man bedenken, dass Benzin etwa 20 Prozent teurer ist als in Deutschland und man viel Zeit nur im Auto verbringt. Besser man entschleunigt seine Reise und konzentriert sich auf die Regionen mit den schönsten Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel den Süden oder die Westfjorde. Wer eine gute und günstige Unterkunft gefunden hat, sollte dort ein paar Tage verbringen und die Umgebung in Tagesausflügen erkunden.

5. Schlafen

Die Unterkunft ist sicherlich der größte Kostenfaktor in Island. Umgekehrt hat man hier das höchste Einsparungspotenzial. Am günstigsten ist natürlich Camping. Eine Übernachtung kommt dabei auf unter 10 € pro Person. Aber Zelten bei 5 Grad? Absolut! Selbst wer sich nicht für den Camping-Typ hält, sollte es nicht von vornherein ausschließen. Die Camping-Plätze auf Island befinden sich meist in herrlicher Lage, teilweise direkt in den Nationalparks. Die meisten sind top ausgestattet, mit modernen Selbstversorger-Küchen, kleinem Lebensmittelladen, einem kleinen Café oder Gemeinschaftsräumen, wo man sich bei schlechtem Wetter aufwärmen kann. Die Duschen muss man manchmal extra bezahlen, dafür sprudelt aus ihnen herrlich warmes Thermalwasser. Manche Camping-Plätze haben sogar eigene Hot-Pots zum Baden. Wichtig ist, ein wetterfestes Zelt, einen hochwertigen Schlafsack für kalte Temperaturen und gute Kleidung mitzubringen.

 

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Wer ein festes Dach über dem Kopf vorzieht, sollte möglichst im Voraus planen und frühzeitig buchen. Dem Besucheransturm stehen in machen Gegenden immer noch zu wenig Unterkünfte entgegen, und in der Hochsaison sind selbst überteuerte Betten schnell ausgebucht. Eine gute Alternative zu Hotels sind Privatzimmer, Ferienhäuser und -wohnungen, zum Beispiel über Airbnb. Mittlerweile gibt es auf der ganzen Insel über 1000 Angebote, bei Isländern zu übernachten - Insider-Tipps inklusive.

 

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Um insbesondere bei längeren Island-Reisen die Kosten im Rahmen zu halten, bietet sich ein Mix an Unterkünften an. Man nimmt ein Zelt im Auto mit, um je nach Lust und Wetter zu campen und Geld zu sparen. Wo es sich anbietet und wo man einen guten Preis bekommt, schläft man in Hotels oder Ferienwohnungen.

6. Essen

Selbstverpflegung ist auf Island immer am günstigsten, und viele Unterkünfte bieten Selbstversorger-Küchen. Die Preise im Supermarkt - vor allem in denen der Discounter-Kette "Bonus" - sind mit denen in anderen europäischen Ländern vergleichbar, zumindest was Grundnahrungsmittel angeht. Für Restaurants gelten relativ hohe Steuern, die sich in den Preisen niederschlagen. 10 € für ein Stück Kuchen oder 25 € für eine Pizza Margerita sind keine Seltenheit.

Unterwegs bieten Tankstellen und Raststätten günstige Imbisse. Der Klassiker unter isländischen Snacks ist übrigens der Hot Dog. Ein Muss ist der Besuch der Hot-Dog-Bude Baejarins Beztu in Reykjavík, in der Nähe des Hafens. Hier hat sogar Bill Clinton schon den angeblich "besten Hot Dog der Welt" probiert.

7. Trinken

Das Leitungswasser in Island hat eine ausgezeichnete Qualität und wird in Restaurants kostenlos zum Essen gereicht. Alkohol ist dagegen sehr teuer. In Reykjavík kostet ein Pint günstiges Bier in einer Bar umgerechnet etwa 8 €. Wer auf ein Gläschen am Abend eines langen Outdoor-Tags nicht verzichten will, bringt am besten schon aus Deutschland die ein oder andere Flasche Wein oder Spirituosen im Gepäck mit. Am Flughafen in Keflavík gibt es einen Duty-Free-Shop, in dem man günstig einkaufen kann. Während der Reise kann man Alkohol nicht im Supermarkt sondern nur in bestimmten Spirituosen-Läden kaufen. Akzeptable Preise bekommt man in den Vínbúðin Läden.

8. Aktivitäten

Die allermeisten Besucher kommen wegen der grandiosen Natur nach Island. Naturschauspiele wie der Geysir Strokkur, die Wasserfälle Gullfoss und Goðafoss oder die Gletscherlagune Jökulsárlón sind atemberaubend schön - und völlig kostenlos. Alle Nationalparks sind frei zugänglich und kosten keinen Eintritt. An wenigen besonders stark besuchten Attraktionen wird höchstens eine Parkgebühr fällig, die man manchmal umgehen kann, indem man etwas abseits auf Schotterparkplätzen parkt.

Und so sind die Reisekosten vor Ort vor allem von der Reiseform abhängig. Wer zum Wandern oder Radfahren nach Island kommt, und dann noch zeltet und selbst kocht, kann einen günstigen Urlaub inmitten wunderbarer Landschaft verbringen. Wichtig ist, gute Outdoor-Ausrüstung von zuhause mitzubringen. Zelt, Regenjacke oder Wanderstiefel vor Ort zu kaufen, würde ein Vielfaches mehr kosten.

Teuer wird es erst, wer an einer geführten Tour oder Adventure-Aktivität teilnehmen will. Eine Amphibienbootstour zwischen Eisbergen kostet etwa 50 €, eine Eishöhlen-Tour ab 160 € oder eine Whale-Watching-Tour in Akureyri ab 80 €. Rafting, Tauchen, Helikopterflüge oder Eisklettern sind noch einmal deutlich teurer. Wie immer gilt: Preise vergleichen lohnt sich, und bei beliebten Aktivitäten sollte man je nach Saison im Voraus online buchen.

 

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9. Badespaß

Ein Highlight, das auf der Wunschliste der meisten Island-Reisenden steht, ist die Blaue Lagune. Doch der Besuch der berühmten milchig-blauen Bäder rund 70 Kilometer von Reykjavík kostet stolze 50 € Eintritt und muss weit im Voraus online gebucht werden. Dabei gibt es einige ebenso schöne Thermalquellen, in denen das Bad im warmen Wasser günstiger oder sogar kostenlos ist. Die Myvatn Nature Baths im Norden Islands gelten als "Kleine Blaue Lagune" und kosten nur etwa 30 € Eintritt. Die Reykjadalur Hot Springs sind ein Geothermalgebiet rund 40 Kilometer von Reykjavik, in denen man gratis in kleinen Pools und heißen Flüssen badet. Ebenfalls kostenlos sind die Hot Pools von Landmannalaugar im Süden Islands. Die Secret Lagoon, auch Gamla Laugin genannt, ist Island ältestes Thermalbad und liegt auf dem bekannten Golden Circle. Der Eintritt liegt bei nur etwa 22 €.

10. Shoppen

Reykjavik gilt als Shopping-Paradies. Von coolem skandinavischen Design, so hübschen wie leckeren Schokoladentafeln von Omnom bis hin zu handgestrickten Mützen und Islandpullis findet man in kleinen, individuellen Shops alles, was das Shopping-Herz begehrt. Dabei sollte man es nicht verpassen, sich bei Einkäufen von über 4000 Isländischen Kronen (ca. 30 €) ein Formular für die Mehrwertsteuer-Rückerstattung geben zu lassen. Vor der Rückreise bekommt man dann am Flughafen 15 Prozent des Betrags erstattet.

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