Seven Summits – Die schönsten Gipfel der Alpen

28.06.2017

Seit Jahrhunderten ziehen die Alpen die Menschheit magisch an. Wen wunderts? Die imposanten Steinmassive strahlen Ruhe und Beständigkeit aus, auf ihren Gipfeln findet man eine Stille wie sonst nirgends auf der Welt. Von der Fernsicht mal ganz zu schweigen. In hektischen Zeiten wie heute sehnen wir uns nach diesem unbeschreiblichen "Hochgefühl", das man nur hier findet. Deshalb strömen jedes Wochenende tausende von Menschen Richtung Alpen, auch den Gipfeln herrscht manchmal schon ein regelrechter Stau.

Wir stellen Ihnen die sieben (unserer Meinung nach) schönsten Gipfel der Alpen vor, die man noch unter "Geheimtipps" zählen kann.

1. Tiergartenspitze, 3065 m (Vinschgau, Südtirol)

Der Name lässt es vielleicht schon erahnen: Dieser Berg verspricht tierische Erlebnisse. Zudem gilt er als einer der am leichtesten zu besteigenden Dreitausender der Alpen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Eine gehörige Portion Trittsicherheit sollte man schon mit bringen. Aber von vorne: Die Tiergartenspitze liegt in Graun im Vinschgau. Der Weg führt auf den Berg beginnt ab der Maseben-Bahn. Früher führte Seilbahn bis zur Mittelstation, diese ist mittlerweile außer Betrieb. Bis zur Maseben-Hütte ist der Weg aber sehr beschaulich. Man startet bereits auf knapp 1900 m, dann geht es gemütlich einen Forstweg in Serpentinen hinauf auf die Alm, also auf 2300 m. Nach einer kurzen Einkehr geht es über wenig steile Grashügel Richtung Tiergarten, einer kleinen Mulde, in der sich Steinböcke, Murmeltiere und Steinadler nieder gelassen haben. Bis hier her ist der Weg auch für nicht geübte Wanderer leicht zu begehen.

Ab dem Tiergarten führt ein steiler Hang hinauf zum Gipfel. Festes Schuhwerk, Trittsicherheit und eine Portion Mut gehören zur Pflichtausstattung. Dafür werden Sie oben mit einem fantastischem Blick auf die Südtiroler Berge belohnt. Unter anderem erblickt man den Ortler, den Gletscher der Weißseespitz und den Reschensee samt versunkenem Kirchturm.

2. Alpspitze, 2628 m (Garmisch-Partenkirchen, Deutschland)

Die Alpspitze zählt zu den markantesten Gipfeln in den Alpen. Pyramidenförmig ragt der schroffe Fels in die Landschaft und wird oft auch mit der Zugspitze verwechselt, in deren unmittelbaren Nachbarschaft sie liegt. Hinauf führen viele Wege, bequeme und anstrengende. Am einfachsten geht es mit den drei Bergbahnen, die zur Alpspitze führen: Die Kreuzeckbahn, Hochalmbahn und Alpspitzbahn. Von der Bergstation aus kann man dann den Gipfel über Klettersteige und anspruchsvolle Wanderwege erklimmen. Oder man begnügt sich mit dem Blick auf das Massiv vom Restaurant Alpspitz aus.

Wer den Berg schon vom Fuß aus erobern möchte, dem empfehle ich die Route über die Höllentalklamm und den Osterfelderkopf. Die Klamm gehört zu den schönsten und beeindruckendsten überhaupt. Anschließend geht es durch das Höllental, die Zugspitze immer im Blick, bevor man nach Links Richtung Osterfelderkopf abbiegt. An diesem angekommen und nach dessen Überschreitung ragt einem das Massiv der Alpspitze imposant entgegen. Nach den Strapazen des doch mehrstündigen Aufstieges eine würdige Entlohnung.

3. Schneibstein, 2276 m (Berchtesgarden, Deutschland/Österreich)

Streng genommen gehört der Schneibstein schon zu Österreich, er lässt sich aber auch von der deutschen Seite aus leicht begehen. Er gilt als der leichteste Zweitausender in den Berchtesgardener Alpen. Der Aufstieg erfolgt größtenteils über breite Forststraßen, nur am Ende wird das Gelände etwas alpiner. Während des ganzen Weges allerdings hat man einen fantastischen Blick auf die Berchtesgardener Bergwelt, allen voran natürlich der Watzmann.

 

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Unterwegs trifft man auf zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, etwa die Mitterkaseralm oder das Stahlhaus. Der Weg lässt sich abkürzen, wenn man mit der Seilbahn auf den Jenner fährt, einem Vorgipfel des Schneibsteins.  Auf dem großzügigen Gipfelplateu des Schneibsteins lässt es sich wunderbar rasten. Und man vergisst gerne die Zeit, wenn man das Panorama auf sich wirken lässt. Ringsum erheben sich einige der imposantesten Gipfel der Alpen: der Watzmann, Hochkalter, Hohen Brett, das Steinerne Meer, Dachstein und Hochkönig.

Wenn man sich doch mal von der fantastischen Fernsicht gelöst hat und es wieder zurück ins Tal geschafft hat, dem empfehle ich noch einen Abstecher zum Königssee. Der malerische Bergsee ist nur wenige Fahrminuten entfernt.

4. Gamskarkogel, 2467 m (Salzburg, Österreich)

Der Gamskarkogel ist der höchste Grasberg Europas. Die Tour hinauf zum Gipfel startet in Bad Gastein, an und für sich schon eine Reise Wert. Der Weg führt über abwechslungsreiches Gelände. Mal geht es durch Wälder und Latschenfelder, dann wieder über Serpentinen auf freiem Gelände mit phänomenalem Blick auf das Gasteiner Tal. Der Aufstieg ist nicht schwer, zieht sich aber etwas in die Länge. Eine gute Kondition ist Grundvoraussetzung. Das Ziel der Wanderung ist die Gamskarkogel-Alm. Sie zählt zu den ältesten Schutzhütten in Europa und wurde 1828 von Erzherzog Johann errichtet. Sogar Kaiserin Sisi war schon mal hier oben. Eine Übernachtung in der Hütte ist eigentlich Pflicht. Nicht, weil man Auf- und Abstieg nicht an einem Tag schaffen würde, sondern weil man von hier oben aus die schönsten Sonnenunter- und aufgänge in den Ostalpen beobachten kann. Immerhin ist man auf einem der höchsten Gipfel der Umgebung und sitzt somit in erster Reihe für diese Naturschauspiele.

 

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5. Hoher Ifen, 2230 m (Allgäu, Deutschland/Österreich)

Der Gipfel selbst liegt auf deutschem Gebiet, erklimmen tut man ihn aber von der österreichischen Seite her. Der Weg hinauf auf die markante Felsformation ist nicht ganz einfach, da der steinige Weg häufig ausgesetzt ist. Schwindelfreiheit ist ebenfalls von Vorteil. Wer den Anstieg umgehen möchte, nimmt einfach die Seilbahn. Rund um den Berg zeigt sich eine blühende Alpenfauna, sodass man den Gipfel nicht unbedingt erklimmen muss, um ein tolles Erlebnis zu haben. Die außergewöhnliche Form des Hohen Ifens ist übrigens auch von weitem ein echter Hingucker. Wie abrasiert sieht der Berg aus der Ferne aus. Wenn man auf dem Plateau steht, fallen links und rechts steil die Felswände ab, während oben eine grüne Wiese den Berg überzieht. Unterwegs begegnet man zahlreichen Almbewohnern wie Ziegen und Kühen.

 

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6. Diavolezza, 3207 m (Pontresina, Schweiz)

"Teufelin" heißt Diavolezza übersetzt. Fürchten muss man sich vor diesem Berg aber nicht. Im Gegenteil. Hinauf geht es eigentlich ganz einfach mit der Seilbahn, und von oben zeigt sich die Teufelin von ihrer schönsten Seite mit traumhaftem Rundumblick auf die Schweizer Bergwelt. Besonders beeindruckenden ist die Aussicht auf den Piz Bernina, mit 4049 m der höchste Berg der Ostalpen und voll vergletschert. Tourentechnisch ist am Diavolezza so einiges möglich. Von sehr anspruchsvollen Wanderungen zum Morteratschgletscher, dem gut ausgebauten Weg zum Munt Pers (mit nicht weniger spektakulärer Aussicht) oder dem Bergabweg zum Lej da Diavolezza ist für jeden was dabei.

7. Schlern, 2563 m (Seiser Alm, Südtirol)

Im Gebiet der Seiser Alm gibt es viele schöne Gipfel. Einer der schönsten ist der Schlern, wobei das eigentlich der Name des Berges ist und der Gipfel Petz heißt. Die Tour hinauf zählt zu den eindrucksvollsten in ganz Südtirol. Kaum irgendwo sonst erlebt man einen so schönen Kontrast zwischen den blühenden Wiesen der Seiser Alm und den schroffen Kalkfelsen der Dolomiten.

Vom Gipfel aus bietet sich Ihnen ein Rundumblick erster Klasse. Der Weg hinauf ist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber lang. Unterwegs gibt es aber zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und ebenso viele idyllische Plätzchen für ein Picknick. Ich würde Ihnen aber empfehlen, sich das für den Gipfel aufzuheben. Wurstbrote und Radler schmecken einfach besser, wenn sich vor einem die majestätischen Felsformationen der Ortler- und Adamelogruppe sowie die Stubaier Gletscher präsentieren.

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