Die 10 schönsten Roadtrips Europas (und der Welt)

11.12.2018

Der Wind bläst durch die Haare, vor Ihnen erstrecken sich unendliche Weiten oder Sie schlängeln sich eine enge Bergstraße hinauf. Kein Zeitdruck, keine Hektik, kein Stress. Nur Sie, Ihr Auto und die Straße vor Ihnen. Klingt herrlich, nicht wahr? Für einen unvergesslichen Roadtrip muss man nicht auf die Route 66 oder die tausenden Kilometer der Panamericana bewältigen. Auch wir in Europa haben tolle Routen, die Ihnen ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer vermitteln. Wir stellen Ihnen die zehn schönsten vor (plus eine in Kanada, das muss dann doch sein).

1. Bloemen Route, Niederlande

Länge: 40 Kilometer

Eine "buntere" Straße werden Sie auf der Welt wohl kaum finden. Wie der Name (auch wenn er niederländisch ist) schon verrät, führt Sie der Weg vorbei an unglaublich farbenfrohen, unglaublich großen und unglaublich schönen Blumenfeldern voll mit Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und anderen Blüten.

 

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Die Strecke startet in Haarlem, etwa 19 Kilometer westlich von Amsterdam. Um sich richtig auf die Fahrt einzustimmen, empfehlen wir hier einen Besuch des Frans Hals Museums mit seinen zauberhaften Blumenbildern niederländischer Meister. Weiter geht es Richtung Liess. Hier sollten Sie unbedingt den Keukenhof Garden besichtigen. Hier zeigt sich das ganze Können niederländischer Gärtner. Auf 28 Hektar bestaunt man hier indoor und outdoor kunstvolle Blumenbeete aus mehr als 7 Millionen Knollen. Auf Ihrem nächsten Stop in Leiden erwartet Sie ein historischer botanischer Garten aus dem 16. Jahrhundert und das Da Valk Windmühlen Museum. Das Ziel der Route liegt in Naaldwijk, wo Sie über den Blumengroßmarkt schlendern.

Die beste Reisezeit für die Bloemen Route ist im April und Mai während der Blütezeit. Unser Tipp: Versuchen Sie, unter der Woche zu reisen, um den Horden an Wochenendausflüglern zu entgehen.

2. Schwarzwald, Deutschland

Länge: 60 Kilometer

Malerische Fachwerkhäuser, dichte Wälder: Der Schwarzwald gehört zu den schönsten Gegenden in Deutschland (ja, das muss man neidlos anerkennen). Die ganze Schönheit des Schwarzwaldes bestaunt man am besten bei einer Tour auf der Schwarzwald-Hochstraße zwischen Freudenstadt und Baden-Baden. Die breite Straße schlängelt sich ganz gemütlich dahin und ist perfekt zum cruisen und staunen. Zahlreiche Haltebuchten rund um den höchsten Punkt der Route, dem Hornigsrinde, laden zu einem Stopp ein. Von dort oben aus breiten sich Ihnen die malerischen Täter und grünen Wälder in voller Pracht aus.

 

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Auf dem letzten Abschnitt nach Baden-Baden erwarten Sie zahlreich Serpentinen, die sich durch die dichten Wälder schneiden.

 

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Ein krönender Abschluss der Tour ist ein erfrischendes, regenerierendes Bad in den Thermen der Kurstadt aus dem 19. Jahrhundert.

3. Quiraing, Isle of Skye (Schottland, Bild oben)

Länge: 70 Kilometer

Eng windet sich die Straße das steile Massiv hinauf, beinah bizzar mutet die ganze Landschaft an: Abgebrochene Felsen, Hügel, die scheinbar die Klippen hinuterfließen und ein Tal, das sich fast unendlich ausweitet und schließlich in den Ozean mündet. Die Quiraing Road führt durch die vielleicht faszinierendste Gegend auf den britischen Inseln.  Vor tausenden von Jahren entstand sie, bei Erdrutschen brachen riesige Teile der Felsen ab. Zurück blieben steile, ausgefranste Klippen. Und noch heute verändert sich die Landschaft stetig. Deshalb muss auch die Straße jedes Jahr aufs neue ausgebessert werden.

Gestartet wird in Portree, dann geht es an der Ostküste entlang Richtung Staffin. Ab hier geht es steil die Klippen hinauf. Je weiter man nach oben kommt, desto grandioser wird der Blick. Sie sollten unbedingt einen Stop am Quiraing Viewpoint einlegen und die unglaubliche Aussicht auf sich wirken lassen. Am besten packen Sie noch Wanderschuhe ein und erkunden die umliegenden Hügel, dann eröffnet sich Ihnen eine noch bessere Sicht.

4. Die Amalfi-Küste, Italien

Länge: 70 Kilometer

Die Amalfi-Küste zwischen Sorrento und Salerno im Südwesten Italiens gehört zu den romantischsten Strecken der Welt: Pastellfarbene, mittelalterliche Städtchen krallen sich förmlich an Steile Uferklippen, es geht hindurch durch mediterrane Landschaften mit grünen Hügeln und Zitronen-Hainen, das Meer immer im Blick. Um das ganze noch kitschiger zu machen (ja, das geht), empfehlen wir, die ganze Route mit einem italienischen Oldtimer-Roadster (natürlich in der Cabrioversion) à la Grace Kelly zu meistern. Die Straße ist zwar eng, kurvig und an manchen Stellen ziemlich herausfordernd, der Blick dafür umso überwältigender. Fahren Sie die Route am besten von Osten nach Westen, dann genießen Sie den besten Blick aufs Meer. Und legen Sie unbedingt Stopps in Ravello (einem der Lieblingsorte Richard Wagners und Virginia Woolfs), Positano und natürlich Amalfi selbst ein.

5. Trollstigen, Norwegen

Länge: 105 Kilometer

Diese anspruchsvolle Route im Westen Norwegens schlängelt sich einen Berg im Isterdal Tal hoch und hält dabei nicht weniger als elf Haarnadelkurven bereit. Der "Troll-Pfad" ist in der Regel zwischen Mai und Oktober befahrbar. Dabei hangeln sich bis zu 2500 Autos die steile, abschüßige Straße in der Hochsaison hinauf. Deswegen: Starten Sie so früh wie möglich, um den Bussen und Touristen zu entkommen und fahren Sie langsam, um die atemberaubende Landschaft mit Wasserfällen, Fjorden und Seen gebührend bewundern zu können.

 

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Entlang der Strecke gibt es auch eine Aussichtsplattform, die 200 Meter über der Straße schwebt. Am Scheitelpunkt der Route erwartet Sie zudem ein Besucherzentrum, dass Sie mit norwegischen Waffeln und Kaffee versorgt (was Sie dringend brauchen werden nach der turbulenten Fahrt).

6. Islands Ring-Straße (Route 1)

Länge: 1335 Kilometer

Im Bereich "dramatische Straßen" ist Island kaum zu überbieten. Wo sonst bestaunt man aktive Vulkane, geothermale Quellen, Lavafelder, tosende Wasserfälle und atemberaubende Fjorde auf nur einer Route? Und da haben wir die Nordlichter noch gar nicht mit berücksichtigt!

Die Route 1 führt einmal um die Insel und verbindet die besiedelten Gebiete des Landes miteinander. Um die ganze Strecke zu schaffen, sollten Sie sieben bis zehn Tage einplanen. Die Highlights auf dieser Strecke: die heißen Quellen von Reykjadalur (hier baden Sie in einem heißen Fluß), Skogafoss (einer der schönsten Wasserfälle des Landes), Jokulsarlon (eine bezaubernde Gletscher-Lagune) und Vatnajokull (Europas größter Gletscher). Im Sommer sollten Sie ein Auge auf Schaf-Herden haben, die unerwartet die Straße kreuzen können. Und im Winter können Teile der Straße gesperrt sein.

7. Atlantic Highway, England

Länge: 124 Kilometer

Der Highway führt entlang der Südwest-Küste Englands und verbindet zwei der schönsten Regionen der Insel, Devon und Cornwall. Der Weg selbst ist eher etwas fürs gemütliche cruisen mit großzügigen Kurven und kleinen Hügeln, vorbei an keltischen Ruinen und versteckten Stränden.

 

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Starten Sie in Barnstaple, einer florierenden Markt-Stadt mit einem normannischen Hügelgrab und einer historischen Brücke aus dem 13. Jahrhundert. Weiter geht es nach Bude, wo Sie an einem der wenigen Surf-Hotspots Englands entspannen. Weiter im Süden erwartet Sie Tintagel, der Geburtsort von König Arthus.

 

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Hier besichtigen Sie auch ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert, das etwas unwirklich auf einem riesigen Brocken auf einer Landzuge im Meer steht und nur über einen Steg zu erreichen ist. Ihr Ziel erreicht haben Sie dann in Newquay, einer malerischen kleinen Stadt auf einer Klippe mit zahlreichen Bars, Clubs und Surf-Shops.

8. Französiche Riviera, von Marseille nach Monaco

Länge: 297 Kilometer

Machen Sie es wie Grace Kelly und Cary Grant und cruisen Sie mit dem Cabrio entlang der französischen Riviera. Die traumhafte Küstenstraße ist gespickt mit noblen Grandhotels, kleinen Hügeldörfern und Serpentinen-Bergstraßen. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, schaffen Sie die Route auch in zwei Tagen. Allerdings sollten Sie sich schon mindestens eine Woche Zeit nehmen, um sich die Perlen der Côte d'Azur (St. Tropez, Nizza, Cannes, Monte Carlo) en Detail anzusehen. Starten Sie in Marseille, der schönen Stadt am Mittelmeer mit pulsierender Kunstszene und dem geschäftigen Hafen. An der Küste entlang geht es nach St. Tropez , wo Sie am Strand mit den Reichen und Schönen (und Gebräunten) relaxen. Genießen Sie den obligatorischen Spaziergang entlang der La Croisette in Cannes und nehmen Sie sich Zeit, die verborgenen Schätze Nizzas zu entdecken.

Zwischen Nizza und Monaco folgen Sie der Grand Corniche, einer Hochstraße, die von Napoleon gebaut wurde. Endstation ist das Fürstentum Monaco, wo Sie standesgemäß noch eine Runde auf der Formel-1-Strecke drehen.

9. Transfagarasan Highway, Rumänien

Länge: 90 Kilometer

Diese Bergstraße ist etwas für den Rennfahrer in Ihnen. Der Transfagarasan Highway schneidet sich durch die Berge von Fagaras in den transilvanischen Alpen und folgt den Windungen des Argea Flusses. Die engen Haarnadelkurven sind eine Herausforderung für jeden Autofahrer, aber die spektakulären Aussichten entlohnen für die zahlreichen Schweißperlen.

Der höchste Punkt der Strecke liegt auf über 2000 Metern. Gebaut wurde die Straße als Militärroute in den 70er Jahren, um sich im Falle einer sowjetischen Invasion ins Hinterland retten zu können. Für gewöhnlich ist die Strecke zwischen Juni und Oktober befahrbar. Höhepunkte der Strecke sind unter anderem die Ruine von Poenari Castle (einst das Heim von Vlad dem Pfähler) und der Balea Gletscher-See.

10. Ring of Kerry, Irland

Länge: 193 Kilometer

Es gibt einen Grund, warum der Ring of Kerry zu den berühmtesten Straßen Europas zählt. Sie ist sozusagen eine Greatest-Hits-Tour über die grüne Insel: Sie passieren wilde Strände am Atlantik, schroffe Klippen und bezaubernde Dörfer.

 

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Starten Sie in Killarney (am besten sehr früh) und legen Sie gleich man einen Stopp in Ladies View ein (der beste Blick auf den Killarney Park garantiert!). Nächster Halt ist Kenmare, ein malerisches Dörfchen mit Häusern in allen Regenbogenfarben zahlreichen Pubs. In Staige Fort besuchen Sie einen antiken Steinkreis und folgen dann der Straße nach Portmagee. Hier besichtigen Sie Skelling Michael Island, eine ehemalige Mönchssiedlung. Planen Sie noch etwas Zeit ein, um am Strand von Rossbeigh zu relaxen (einem bekannten Surf-Hotspot) und beenden Sie Ihren Trip mit einer Tour durch Ross Castle zurück in Killarney.

Wir empfehlen Ihnen übrigens, die Roundtour im Uhrzeigersinn zu befahren. So entgehen Sie den Maßen an Touristenbussen.

Es gibt natürlich nicht nur in Europa tolle Roadtrips, aber alle weltweit hätte hier den Rahmen gesprengt. Trotzdem möchte ich Ihnen noch meinen absoluten Favoriten vorstellen:

10 + 1: Icefields Parkway, Kanada

Länge: 232 Kilometer

Gleich nach dem kleinen Örtchen Lake Louis geht der Trip los auf der Route 93. Es geht vorbei an vielen tiefblauen Seen, an allen zu stoppen ist fast unmöglich. Eine Pause wert ist allerdings der Peyto Lake, die beste Aussicht auf diesen genießt man vom Bow Summit aus (dem höchsten Punkt des Parkways). Kanada ist bekannt für seine weiten Landschaften, auch auf dem Icefield Parkway kann man die unendlichen Weiten bestaunen.

Am besten übrigens am Saskatchewan River Crossing. Hier treffen drei Flüsse aufeinander, ein atemberaubender Anblick. Weiter geht es zum Columbia Icefield, der größten Ansammlung von Eis südlich des Polarkreises. Die nächste Etappe führt zu den Athabasca Falls. 23 Meter stürzen die Wassermassen in die Tiefe und nähren den Athabasca River, der sich fortan durchs Tal schlängelt. Das letzte Stück fährt man am besten auf der weniger befahrenen Route 93A. Hier geht es meist durch Wälder und man erspäht mit etwas Glück wilde Tiere wie Braunbären und Elche.

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