Kran, Knast, Weinfass: Ungewöhnliche Unterkünfte in Deutschland

29.09.2026

Manche Unterkünfte klingen wie eine schräge Idee. Wenn das Bett in einem alten Kran, hinter Gefängnismauern oder mitten im Wald steht, wird schon das Einchecken zum Erlebnis.  Warum sich eine Übernachtung dennoch lohnt – oder auch nicht.

Gute Nacht im Hafenkran

Mitten in der Hamburger Hafencity steht ein Schlafplatz, an dem früher schwere Lasten bewegt wurden: Der historische Schwimmkran wurde bis 2018 zur Unterkunft umgebaut. Durch die großen Fenster fällt der Blick auf das Wasser, die Kais und die Elbphilharmonie. Am Abend, wenn sich die Lichter im Hafen spiegeln, wirkt die Kulisse fast surreal. Schlafzimmer, Wohnbereich und Bad verteilen sich im Inneren des Krans, darüber befindet sich eine kleine Lounge. Draußen können Sie auf der Terrasse frühstücken.

Übernachten im Betonrohr

©Dennis Stratmann

Der BernePark in Bottrop wurde auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerks errichtet. Im Zentrum erinnert das Mittelbauwerk mit Räumerbrücke noch daran. Drumherum zieht sich ein kreisförmiger Garten – und am Rande stehen 5 große Betonröhren, die zu Schlafplätzen umgebaut wurden. Statt eines klassischen Hotelzimmers finden Sie darin nur ein Bett mit Nachttisch und Lampe, dahinter eine Art Graffito. Reduzierter geht es nicht. Deswegen müssen Sie zum Zähneputzen auch zum separaten Sanitärcontainer laufen.

Mit den Wölfen heulen

Baumhaushotels gibt es inzwischen einige. Im Tree Inn im niedersächsischen Dörverden kommt allerdings noch eine ungewöhnliche Nachbarschaft hinzu: Das Baumhaus steht am Wolfsgehege. Sie schlafen rund 5 Meter über dem Boden und blicken durch eine 7 Meter breite Glasfront auf die Wölfe. Noch eine Etage höher liegt die Dachterrasse. In den frühen Morgen- und späten Abendstunden haben Sie die Chance, dem Wolfsgeheul zu lauschen. Ehemalige Gäste schreiben auf Bewertungsplattformen: „Gänsehaut pur.”

Camping ohne Wetterrisiko

Ohne nasses Zelt und kalte Füße: Im Basecamp Bonn stehen in einer ehemaligen Lagerhalle amerikanische Airstreams, Wohnwagenanhänger und VW-Busse. Auf der Buchungsseite wählen Sie etwa die „Gondel“, in der Sie hinter rotkarierten Vorhängen ihr Holzbett finden. Vor dem Wohnwagen „Hausboot“ hängt das Lenkrad mit Weltkarte, während drinnen die Bettnische im Mahagonilack schimmert. Und dann gibt es natürlich auch den „Trabant“, auf dem Sie oben drauf ins Zelt kriechen. Morgens bedienen Sie sich am vegetarischen Frühstücksbuffet – mit Blick über die ungewöhnliche Campinglandschaft.

Einkuscheln auf 2600 Metern im Schnee

Warm eingemummelt schlafen Sie im Iglu-Dorf Zugspitze. In jedem Iglu befindet sich ein Schneebett mit Wärmedämmung aus Schaumstoff und Renntierfellen. Darauf kuscheln Sie sich in einen Expeditionsschlafsack der bis -40°C warm hält. Zum Aufenthalt gehören Käsefondue, eine nächtliche Schneewanderung sowie Whirlpool und Sauna. Familien und Gruppen buchen größere Mehrbett-Iglus. Noch komfortabler wird es in der Suite mit Champagner, privater Sauna sowie Eis- und Schneekunst an den Wänden. Übernachten können Sie hier rund 3 Monate im Jahr, ab Mitte Dezember.

Schlafen im kleinsten Hotel der Welt

Gerade einmal 17,85 Quadratmeter misst das Trafohaus in Bad Segeberg – und hält damit offiziell den Guinness-Weltrekord als kleinstes Hotel der Welt. Das ehemalige Transformatorenhaus wurde 2022 eröffnet und erstreckt sich über 3 Etagen. Über eine schmale Wendeltreppe geht es Ebene für Ebene nach oben, bis zum Bett, das direkt unter dem Glasdach liegt. Originale Steinwände, eine moderne Regendusche und ein altes Drehscheibentelefon schmücken unter anderem das Haus.

Eine Nacht hinter Gittern

Wo früher Häftlinge ihre Strafe verbüßten, checken heute freiwillig Reisende ein. In Deutschland gibt es gleich mehrere ehemalige Gefängnisse zum Übernachten. Besonders konsequent bleibt das Alcatraz Hotel in Kaiserslautern seiner Vergangenheit treu. Hinter den mehr als 100 Jahre alten Sandsteinmauern können Sie echte Zellenzimmer buchen: Schwere Zellentüren, schmale Räume, das Waschbecken direkt neben dem Bett. Wer es komfortabler mag, entscheidet sich für ein moderneres Zimmer mit separatem Bad.

Einchecken im Weinfass

Wo könnten Reisende passender in einem Weinfass schlafen als mitten in den Weinbergen? Oberhalb von Sasbachwalden wurden große Fässer gebaut und zu kleinen Unterkünften für 2 Personen ausgebaut. Dazu wurde das Fass auf die Seite gerollt und mit einer Tür ausgestattet. Dahinter:  ein Doppelbett und ein eigenes Bad mit WC. Davor: Eine Sitzecke mit Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen. Weil die Fässer beheizbar sind, funktioniert die ungewöhnliche Nacht auch im Winter.

Einschlafen mit Meeresrauschen

Im Strandkorb den Wellen zuschauen – und einfach liegen bleiben. Wer das Strandgefühl am Abend nicht aufgeben möchte, kann am Meer übernachten. Etwa in Eckernförde, Grömitz oder Norddeich lassen sich „Schlafstrandkörbe“ mieten. Wie eine Babyliege befinden sich diese Körbe im Sand. Wetterfeste Verdecke schützen vor Tau und Regenschauern, Kopfkissen und Decke liegen auf dem Polster, kleine Fenster lassen den Blick nach draußen frei. Am Morgen erwachen Sie mit freier Sicht auf Sand und Meer.

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