Geheimtipp Nagasaki: Küstenstadt mit Geschichte

30.08.2017
Nagasaki liegt etwas abseits der typischen Japanreiserouten. Wenn man jedoch nach den Klassikern Tokio und Kyoto noch tiefer eintauchen möchte, kann ich Nagasaki sehr empfehlen. Die Stadt ist mit dem Zug sehr gut zu erreichen. Allerdings verfügt die Stadt nicht über einen eigenen Shinkansenbahnhof.

Eine Fahrt nach Nagasaki lohnt sich nicht nur wegen des wärmeren Klimas im Süden Japans, sondern auch wegen der internationalen Geschichte. Schon im 16. Jahrhundert wurde Nagasaki zum Stützpunkt für portugiesische und später für andere europäische Kaufleute, die von hier aus ihren Japanhandel organisierten. Davon zeugt einer der touristischen Hotspots, die sogenannte Dejima – die holländische Insel.

Spuren der Geschichte

Die Holländer waren die einzigen westlichen Ausländer im 17. Jahrhundert, die in Japan eine Handelsniederlassung unterhalten durften. Alle anderen, vor allem die missionierenden Portugiesen, waren ausgewiesen worden. Viele der Häuser sind heute im Freilichtmuseum Dejima zu besichtigen.

Auch viele chinesische Händler ließen sich in Nagasaki nieder. Daher gibt es viele Zen-Tempel im chinesischen Stil an den Hügeln am Rand der Innenstadt. Die Restaurants in der jedoch sehr kleinen Chinatown garantieren authentisch chinesische Küche.

Stimmungen der Stadt

Als besonders stimmungsvoll an Nagasaki empfinde ich die Friedhöfe auf den Hügeln rund um die Stadt. Alle Hänge sind voller Gräber. Wem es nicht zu morbide ist, kann stundenlang die Hügel der Friedhöfe erklimmen und dabei die Aussicht auf die Stadt genießen.

Einen Ausflug zum Glover House sollte man alleine schon wegen der schönen Aussicht fest einplanen.  Hier residierten englische Kaufleute in feudalen Villen mit herrlichem Blick auf die Stadt.

Der Hafen von Nagasaki wartet teilweise mit für Japan völlig untypischer Außen Gastronomie auf. Die Restaurants sind zwar nicht besonders authentisch, bieten aber einen netten Blick auf den Hafen.

Sehr besonders habe ich die Stimmung abends in den kleinen Gassen der Altstadt empfunden. Unzählige kleine Lokale, Bars und Spelunken verstecken sich hinter den klassischen Vorhängen. Man kann nur erahnen was einen genau im Inneren erwartet. Die Beschriftungen draußen machen ohne Japanisch Kenntnisse auch nicht schlauer. Traut man sich, wird man von sehr freundlichen Einheimischen begrüßt. Man sollte dann unbedingt ein Glas Shōchū probieren, ein Brantwein aus Kartoffeln oder Reis, oft auch japanischer Wodka genannt.  Danach ist man vielleicht bei der Essensauswahl auch etwas verwegener

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