Flugreise-Mythen: Aus der Luft gegriffen?

09.10.2017

Noch immer ranken sich um das Thema Flugreisen zahlreiche Legenden. Sicherlich haben Sie sich auch schon das eine oder andere mal gefragt, ob sich Flugzeugtüren in hoher Luft öffnen lassen, wohin der Inhalt der Bordtoilette verschwindet und ob Tomatensaft in Fliegern tatsächlich so beliebt ist? Mit dieser Top 10 der Flugreise-Mythen bringt Travelzoo Licht ins Dunkel.

1. Kabinentüren können in hoher Luft geöffnet werden

Sie haben Angst davor, ein Wahnsinniger könnte auf die Idee kommen, auf Reiseflughöhe die Tür aufzureißen? Keine Sorge, dieser Mythos ist falsch. Alle Passagierflugzeuge verfügen über luftdicht-verriegelte Plug-Type-Türen. Bei vorherrschendem Überdruck würde ihr Öffnen schier übermenschliche Kräfte verlangen. Deswegen können auch nur Filmhelden mit einem Fallschirm aus einem Passagierflugzeug springen. Diese sollten sich außerdem warm anziehen – denn über den Wolken herrschen extreme Minusgrade. 

Seien Sie unbesorgt: Flugzeugtüren lassen sich auf Reiseflughöhe nicht einfach öffnen.

2. Flieger lassen vor der Landung Treibstoff ab

Es ist nicht alltäglich, dass Flugzeuge in hoher Luft Kerosin ablassen. Das kommt nur im äußersten Notfall vor und muss von der zuständigen Flugsicherung genehmigt werden. Richtig ist, dass Flugzeuge mit deutlich weniger Treibstoff an Bord landen als starten dürfen. Im Regelfall wird dieser aber während der Reise verbraucht.

Was einmal getankt wurde, darf nicht ohne triftigen Grund über den Wolken abgelassen werden.

3. Die Crew unterliegt Idealmaßen und Styling-Vorschriften

Die Besatzung eines Flugzeugs muss tatsächlich gewissen Idealmaßen entsprechen – vor allem aus praktischen und sicherheitsbedingten Gründen. Mitunter wird ein angemessenes Körpergewicht verlangt. Als grobe Faustregel gilt die Rechnung: Körpergröße weniger 100 plus zehn Kilo. In manchen Fällen wird auch der Body-Mass-Index herangezogen. Auch zur Körpergröße gibt es Vorschriften. So müssen die Flugbegleiter bei der Lufthansa mindestens 1,60 Meter und maximal 1,95 Meter groß sein. Dazu muss die komplette Crew gepflegt auftreten, wobei je nach Fluggesellschaft andere Vorschriften gelten. Die weibliche Besatzung sollte dezent geschminkt sein und bei einer gewissen Haarlänge eine Hochsteckfrisur oder einen Dutt tragen. Wer einen Pferdeschwanz bevorzugt, verwendet je Handbreite ein Haargummi, um fliegende Haare zu vermeiden. 

Ein adretter Dutt: Es gibt tatsächlich Styling-Vorschriften für die Crew.

4. Tomatensaft schmeckt über den Wolken besonders gut

Sicherlich ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie viele Menschen in einem Flugzeug bevorzugt Tomatensaft bestellen. Kein Wunder, denn dieser schmeckt tatsächlich in hoher Luft am besten. Der Niederdruck im Flugzeug wirkt sich auf die Geschmacksnerven aus: Süßes wird süßer und Tomatensaft erhält eine fruchtige Note.

Tomatensaft schmeckt im Flieger tatsächlich besser.

5. Im Flieger fehlt die Sitzreihe 13

Am Freitag, den 13. haben Sie ein mulmiges Gefühl? Keine Sorge, mit diesem Aberglauben sind Sie nicht alleine. Airlines wie zum Beispiel die Lufthansa zollen den Ängsten ihrer Fluggäste sogar großen Respekt. Der Mythos ist wahr: Denn in den Fliegern der Flotte gibt es keine Sitzreihen mit der Nummer 13. Auch auf eine Reihe 17 wird verzichtet, denn die 17 gilt in Brasilien und Italien als Unglücksbringer.

Der Mythos ist wahr: Manche Airlines verzichten auf eine Sitzreihe Nr. 13.

6. Der Pilot und Co-Pilot erhalten nicht das gleiche Essen

Da eine Lebensmittelvergiftung der Piloten für die Sicherheit an Bord verheerend wäre, wird dem Kapitän und seinem Co-Piloten tatsächlich angeraten, nicht das gleiche Bord-Menü zu essen. Der Mythos ist also wahr. Es handelt es sich zwar nur um eine Empfehlung der Fluggesellschaften, aber um eine, die durchaus ernst genommen wird. Denn so wird garantiert, dass die Maschine sicher gelandet werden kann. 

Aus Gründen der Sicherheit: Der Pilot und sein Nebenmann dürfen nicht das gleiche Flugzeug-Menü essen.

7. Toiletten werden während des Fluges entleert

Keine Sorge, dieser Mythos ist falsch. Was Sie in der Luft die Toilette hinunterspülen, landet in einem Tank – und dieser wird nicht über den Wolken, sondern nach der Landung geleert. Einzig das Waschwasser wird fein zerstäubt sofort aus dem Flieger entsorgt. Das so genannte „Blue Ice“, von dem Sie vielleicht gehört haben, entsteht nur in äußerst seltenen Fällen: Wenn eine Dichtung nicht einwandfrei funktioniert, dringt Wasser der Toilette tröpfchenweise nach außen. Die vom Desinfektionsmittel blau gefärbte Flüssigkeit gefriert an der Flugzeugoberfläche und löst sich in wärmeren Luftschichten. Allerdings werden die Dichtungen regelmäßig ausgetauscht und kontrolliert, um solche Vorfälle zu vermeiden.

Nein, der Inhalt der Bord-Toilette landet nicht über den Wolken.

8. Fliegen ist gefährlich

Sie sitzen jeden Tag wie selbstverständlich im Auto, haben aber Angst, ein Flugzeug zu betreten? Da machen Sie einen kleinen Denkfehler, denn das Auto ist statistisch gesehen das gefährlichste Verkehrsmittel. Sogar Bahnfahren ist riskanter als eine Flugreise. Wenn Sie sich fragen, wo Sie an Bord am sichersten sitzen, gibt es keine generell gültige Antwort. Denn kein Absturz gleicht dem anderen. Dennoch haben Reisende nahe dem Notausgang statistisch gesehen die besten Überlebenschancen. Auch im vorderen Bereich des Flugzeugs ist es sicherer, da hier nach einer Notlandung schneller evakuiert werden kann.

Machen Sie sich keine Sorgen: Fliegen ist sicherer als Sie denken.

9. Die Klimaanlagen an Bord sind gefährliche Keimschleudern

Sie haben Angst davor, gesund in den Flieger zu steigen und krank von Bord zu gehen? So geht es vielen Menschen, denn sie befürchten, die Klimaanlage könnte schlechte Luft verbreiten. Aber dieser Mythos trifft nicht zu. Flugzeuge verfügen über ein HEPA-System, das auch auf Intensivstationen oder in OP-Räumen verwendet wird. Dabei werden frische und wiederverwertete Luft vermischt und gefiltert. Während dieses Prozesses werden Bakterien und Keime abgetötet. Außerdem wird die Kabinenluft in kurzen Abständen komplett ausgetauscht. Dennoch sind Sie natürlich nicht vor einer normalen Tröpfcheninfektion gefeit. Um sich nicht zu verkühlen, wählen sie den „Zwiebel-Look“ und tragen mehrere Lagen. Diese können Sie dann bei Temperaturschwankungen an- oder ausziehen. Außerdem sollten Sie viel trinken.

Besser als ihr Ruf: Klimaanlagen an Bord.

10. Absturz bei Blitzeinschlag oder Motorenausfall – falsch!

Im Durchschnitt wird jedes Flugzeug einmal im Jahr von einem Blitz getroffen. Diese Vorfälle sind aber unproblematisch, denn die Flieger unterliegen strengen Zulassungstests. Darüber hinaus sind sie wie Autos nicht geerdet, sodass ein Blitz einfach wieder austritt. Auch wenn Triebwerke versagen, besteht nicht direkt Anlass zur Panik. Schließlich können Flugzeuge eine ziemlich lange Strecke gleiten. So schafft zum Beispiel der Airbus A380 bei einem Motorenausfall noch rund 250 Kilometer. Dieser Punkt wird auch bei der Berechnung möglichst sicherer Flugstrecken berücksichtigt.

Blitze stellen in der Regel keine Gefahr für Flugzeuge dar.

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