ChatGPT & Co.: Ihr persönlicher Reiseplaner – Nützliche Tipps und Prompts

06.10.2026

Einen persönlichen Reisebegleiter dabei zu haben – das ist einfacher als gedacht. Unvergessen bleibt für mich die letzte Reise nach Kalabrien. Meine Mutter war verblüfft, als ich auf der Burg in Scilla mein Handy zückte und das KI-Modell Grok bat, uns von dieser Sehenswürdigkeit mit all ihrer Geschichte und ihren Legenden zu erzählen. Wir lauschten, als „unser persönlicher Reiseführer“ von der wunderschönen Nymphe oder dem Meeresungeheuer im Homers Odyssee erzählte. Aber lesen Sie hier selbst.

Die Welt hat sich verändert: Vor etwa 10 Jahren hat mich die Planung meiner Karibikkreuzfahrt 3 Wochenenden gekostet. Die Kreuzfahrt hatte ich damals über Travelzoo gebucht – anschließend widmete ich mich mit großer Vorfreude der detaillierten Vorbereitung der Reise: Sehenswürdigkeiten recherchieren, öffentliche Verkehrsmittel finden, Attraktionen vergleichen und vor allem immer die verfügbare Zeit im Blick behalten. Denn manchmal hatte ich im Urlaub gerade einmal 6 Stunden, bevor das Schiff wieder ablegte. Ich weiß, ich hätte die Ausflüge auch bequem über die Reederei buchen können. Aber wo ist da der Reiz? Es gibt nichts Schöneres, als Land und Leute außerhalb der Touristenpfade kennenzulernen.

Heute geht das deutlich einfacher: ChatGPT, Grok, Gemini und andere: Mit Unterstützung von KI lässt sich eine solche Reiseplanung in wenigen Sekunden erstellen. Die KI berücksichtigt dabei nicht nur die Ausflugsziele, sondern auch die Aufenthaltsdauer und persönliche Präferenzen. Lassen Sie sich beispielsweise eine Tagesroute erstellen. Die Frage sollte nicht nur lauten: Was soll ich sehen? Sondern fragen Sie nach einer sinnvollen Reihenfolge mit Wegen, Fahrzeiten und Aufenthaltsdauer.

Ihre Frage, der sogenannte Prompt an die KI, könnte lauten: „Erstelle mir für [Ort] einen Tagesplan von 9 bis 18 Uhr. Berücksichtige Sehenswürdigkeiten, Fahrzeiten, Pausen und Öffnungszeiten und ordne die Stationen so an, dass möglichst wenig Zeit für Wege verloren geht.“

Das hat mein Kollege Marco bei seiner Reise nach Toronto auch getan und sich so seinen Tagesplan mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurechtgelegt. ChatGPT lieferte die Antwort inklusive Karte.

KI-generierte Illustration mit ChatGPT

Geheimtipps gezielt abfragen: Die Reise nach Interessen personalisieren 

Natürlich kann jede Suchmaschine wie Google die gängigen Sehenswürdigkeiten finden – aber was ist mit den Geheimtipps, die kaum einer kennt? 

An jedem Ort gibt es versteckte Plätze, besondere Wege und kleine Entdeckungen abseits der Touristenpfade. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf Gran Canaria – bereits das 5. Mal in Folge und haben schon alles gesehen. So könnte der Prompt dann lauten: „Welche weniger bekannten Orte auf Gran Canaria sind für Reisende interessant, die bereits die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen haben? Ordne sie nach Natur, Essen, Kultur und besonderen Erlebnissen.“

Die Antwort wird Sie erstaunen, ChatGPT berichtet über eine Schlucht, Bergdörfer, Höhlenhäuser und vieles mehr, u. a.: „Mein Tipp für einen besonders schönen Tag: morgens Agüimes → Guayadeque → Mittagessen im Höhlenrestaurant → weiter über die Berge nach Temisas. Damit bekommst du an einem Tag Landschaft, Geschichte, Dorfleben und kanarisches Essen – ohne den typischen Ausflugsprogramm-Charakter.“

Lassen Sie sich einen Plan B erstellen

Auch der schönste Reiseplan kann einmal ins Wasser fallen – im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb lasse ich mir von der KI gerne gleich einen Plan B mitliefern: Was tun, wenn es regnet, eine Sehenswürdigkeit geschlossen ist oder der Bus einfach nicht kommt? 

Der Prompt könnte heißen: „Erstelle mir für jeden Tag meiner Reise einen Plan B. Berücksichtige dabei schlechtes Wetter, extreme Hitze oder Kälte, Müdigkeit, Verspätungen, Staus, ausgefallene oder verspätete Verkehrsmittel, geschlossene Sehenswürdigkeiten, ausgebuchte Attraktionen, geänderte Öffnungszeiten und spontane Änderungen. Die Alternativen sollten möglichst in der Nähe meines ursprünglichen Tagesprogramms liegen.“

Oder auch:

„Ich habe 5 Tage in [Reiseziel]. Erstelle mir 3 unterschiedliche Reisevarianten: eine für gutes Wetter, eine für schlechtes Wetter und eine für einen entspannten Reisetag mit weniger Programm und mehr Zeit zum Genießen. Die wichtigsten Erlebnisse sollten in allen Varianten möglichst erhalten bleiben.“

Einen solchen Plan B hätte ich mir vor einigen Jahren in Venedig gewünscht. Es schüttete wie aus Eimern, und da mir bei schlechtem Wetter eigentlich nur die Museen als Alternative einfielen, blieb es letztlich auch dabei. Mit diesem Prompt hätte ich sicher noch viele weitere Facetten der Stadt erleben können. 

Typische Touristenfehler vermeiden

Ein weiterer Prompt ist die Frage danach, was man besser nicht machen sollte. Gerade bei Reisezielen wie Dubai kann KI helfen, nicht nur Sehenswürdigkeiten zu planen, sondern auch auf rechtliche Vorschriften und kulturelle Gepflogenheiten hinzuweisen.

Der Prompt könnte lauten: „Ich reise zum ersten Mal nach Dubai. Welche Fehler können Touristen dort machen? Berücksichtige dabei nicht nur typische Fehler bei der Reiseplanung, sondern auch rechtliche Vorschriften, lokale Gesetze, kulturelle und religiöse Gepflogenheiten, Verhalten in der Öffentlichkeit, Kleidung, Fotografie, Alkohol, Verkehr, Umgang mit Einheimischen sowie mögliche Bußgelder oder andere Konsequenzen. Nenne mir die 15 wichtigsten Dinge, die ich als Tourist vermeiden sollte, und erkläre jeweils kurz, warum.“

So erfährt man beispielsweise, worauf man beim Fotografieren, bei Kleidung, Alkohol, öffentlichem Verhalten oder der Einfuhr bestimmter Medikamente achten sollte. Gemini, die Google-KI antwortete mir Folgendes.

Live-Übersetzungen von unterwegs

お好み焼き und 豚骨ラーメン in Japan oder Bouillabaisse und Cuisses de grenouille in einer französischen Brasserie: Wer im Urlaub vor der Speisekarte sitzt, versteht oft nichts.

Die mühelose Lösung: Ein Schnappschuss mit der Smartphone-Kamera genügt und die KI übersetzt das Menü für Sie. So verschaffen Sie sich im Nu einen Überblick über das Angebot. Der besondere Vorteil liegt im Detail: Die KI übersetzt nicht nur starr die Namen, sondern beschreibt auf Wunsch auch die wichtigsten Zutaten und Gerichte. So wissen Sie bereits vor der Bestellung, was auf Ihrem Teller serviert wird.

Foto: StockSnap / Pixabay

KI kann viel – aber nicht alles

Dieser Artikel über die Reiseplanung mit KI wäre ohne meine digitalen Helfer sicherlich nicht so ausführlich geworden. Ich habe verschiedene KIs befragt und mir so manche Inspiration geholt.

Bei den Antworten gilt allerdings immer: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – denn: die klügste KI hat nicht auf jede Frage eine verlässliche Antwort. Deshalb prüfe ich einige Angaben, insbesondere zu aktuellen Regeln, Öffnungszeiten und rechtlichen Bestimmungen, immer noch einmal gegen. 

Und trotzdem: Für mich eröffnet die KI  eine neue Welt der Reiseplanung. Sie kann uns die zeitaufwendige Recherche abnehmen, weitere Ideen liefern und uns auf Dinge aufmerksam machen, die man vielleicht selbst übersehen hätten. Und die gewonnene Zeit? Diese können wir Reisebegeisterten dort investieren, wo sie am schönsten ist: unterwegs.

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