Bali - Unterwegs auf der Insel der Götter

23.04.2017

Der exotische Duft von Frangipaniblüten liegt in der Luft, im Hintergrund ertönt Hahnengeschrei und vor mir erstreckt sich eine unendliche Ebene in sämtlichen Grüntönen, die der Natur zur Verfügung stehen. Kein Wunder, dass ein derart magischer Ort auch die Insel der Götter genannt wird. Die Reisterrassen bei Jatiluwih gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und sind ein Muss für jeden Besucher Balis. Aber der Reihe nach. Ich möchte Sie mitnehmen auf eine kleine Reise über dieses Eiland mit seiner einzigartigen Kultur, Natur und Tradition.

Ab Ubud auf Entdeckungsreise

Nach der Ankunft am kleinen aber sehr geschäftigen Flughafen geht es weiter in Richtung Norden, nach Ubud. Zwischen Reisfeldern und balinesischen Siedlungen haben sich hier Aussteiger, Künstler und einheimische Kunsthandwerker angesiedelt. Berühmt wurde Ubud etwa durch den Hollywoodstreifen „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts. Filmkulissen liegen hier auch förmlich auf der Straße: Balinesen platzieren bunt gefüllte Opferschalen aus geflochtenen Palmblättern an jeder Kreuzung und jedem Hauseingang.

Auf dem Markt in Ubud und in üppig gefüllten Boutiquen präsentieren Künstler ihre Waren in allen Farben des Regenbogens: Körbe, selbst gewebte Stoffe, Ölgemälde und natürlich reichlich Souvenirs. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick lässt sich hier das ein oder andere Schnäppchen schlagen. Wem der Trubel in und um die berühmte Monkey Forest Road zu viel ist, der kann über Treppen und verwinkelte Wege zwischen Reisterrassen nach Penestanan wandern und hier einen Eindruck von echtem balinesischem Dorfleben erhaschen. Und davon, warum so viele Menschen einmal hierher kommen und nicht mehr gehen.

Ubud eignet sich wegen seiner zentralen Lage sehr gut als Ausgangspunkt für Touren über die Insel. Hier kann ich auch einen einheimischen Guide als Fahrer anheuern. Generell eine bequeme Art, um auf Bali von A nach B zu gelangen und nebenbei noch Informationen über Land und Leute zu erhalten. Das Fahren im eigenen Auto ist nämlich nur den wirklich Mutigen vorbehalten.

Die Mutter aller Tempel

Zusammen brechen wir am nächsten Tag schon sehr früh auf, denn wir haben ein großes beziehungsweise hohes Ziel auf knapp 1000 m: Pura Besakih, religiöses Zentrum der Insel und einer von neun Haupttempeln. Am schönsten soll dieses außergewöhnliche Gebilde am Fuße Gunung Agungs im Licht des Morgens erscheinen. Und wirklich: Ich stehe mit offenem Mund vor diesen kleinen und großen Türmen, den wehenden Gebetsfahnen und Statuen mit orangefarbenen Sarongs und weißen Tüchern. Perfekt positioniert wirkt der Tempelkomplex vor der Kulisse des mit 3142 m höchsten Bergs der Insel. Während wir die unzähligen Treppen wieder hinunter laufen, erfahre ich von meinem Guide, dass seit über 1000 Jahren an diesem Heiligtum gebaut wird.

Nicht weniger alt, nämlich etwa 26.000 Jahre, ist die nächste Station unserer Tour, der riesige Kratersee am noch aktiven Vulkan Gunung Batur. Spektakuläre Landschaften und Aussichten sollen Besucher wie mich hier erwarten. Ziel ist zunächst das Dorf Penelokan auf 1450 m Höhe. Von hier umfahren wir den Kratersee, vorbei an kleinen Siedlungen, Feldern aus Vulkansand und Gebilden aus Lava-Gestein. Dazwischen immer wieder grüne Flecken – Lava ist ein fruchtbarer Boden. Wer gut zu Fuß ist, kann von dieser Region aus zu zahlreichen Wanderungen um und auf den Vulkan aufbrechen. Mir reichen an diesem Tag aber die Eindrücke und wir treten die Rückreise an.

So leben die Balinesen

Auf einer weiteren Tour entdecke ich den Alltag der Inselbewohner in einer balinesischen Kleinstadt. Wir fahren nach Tabanan, eine wenig touristische Kleinstadt im westlichen Teil der Insel. Wieder ein Eindruck, der sich mir mit und in allen Sinnen einprägt. Ich schiebe mich durch die engen Gassen vorbei an lebenden und toten Hühnern, Türmchen mit bunten Gewürzen und Körben mit exotischem Obst und Gemüse. Die Gerüche sind eine Herausforderung für meinen europäischen Magen, vor allem die beliebte Durian – in Deutschland auch als Stinkfrucht bekannt – trägt gut dazu bei.

Im Tagesverlauf sehe ich noch die berühmten Reisterrassen und komme an vielen weiteren Feldern vorbei, auf denen gerade fleißig gearbeitet wird. Jede einzelne Pflanze muss per Hand eingesetzt werden. Mit viel Geduld hegen und pflegen die Bauern so den Reis, stehen dabei im knöchelhohen Schlamm. Mühe, die sich lohnt: Das Getreide ist für die Balinesen Grundnahrungsmittel, Opferbeigabe und wichtiger Wirtschaftsfaktor, viele Familien leben vom Anbau.

Auszeit im Paradies

Anschließend geht es für mich weit in den Süden, auf die Halbinsel Bukit. Hier checke ich in eines der Resorts von Nusa Dua ein. Eine künstlich gewachsene Tourismusregion mit wenig Flair, aber herrlichen Stränden. Im Schutz eines Korallenriffs lassen sich hier ein paar ruhige Badetage verbringen. Auf meiner Liege strecke ich alles von mir, atme den Duft von Räucherstäbchen, genieße das laue Lüftchen und überblicke den Strand. Gerade haben die Wellen ein Boot an Land gespült. Aufgeregt umrunden balinesische Jugendliche den Kahn. Ich schließe die Augen und male mir aus, was sie alles finden könnten. Einen Schatz? Auf der Insel der Götter ist schließlich alles möglich.  

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