Azoren – Grünes Wanderparadies

09.07.2018

Vulkane, Thermalbäder, saftiges Grün – vielseitigere Wanderwege sind kaum vorstellbar, die Aussicht an vielen Stellen spektakulär. Die neun Inseln der Azoren gelten als Traumziel für Wanderer und Aktiv-Urlauber.

Dabei führte der kürzeste Weg von einer Insel zur anderen jahrhundertelang über das Meer. Wege auf den Inseln waren einst nur sehr spärlich vorhanden. Vor allem handelte es sich um Fußpfade, welche von Arbeitern und Nutzvieh passiert wurden. Diese Pfade wurden im Laufe der Zeit instand gesetzt und ausgeschildert, sodass heute viele Gebiete auf den Inseln zu Fuß erreichbar sind. Entlang der Küsten genießen Sie einen großartigen Blick aufs Meer. Aber auch das bergige Hinterland lässt sich per pedes erkunden und offenbart eine ganz andere Seite der Azoren.

Die Bedingungen für einen Wanderurlaub sind optimal: gut ausgebaute Pfade, ganzjährig gemäßigtes Klima, zahlreiche inaktive Vulkane, Seen und eine üppige Flora. Alle Inseln verfügen über ein Netz von Wanderwegen, sodass Insel-Hopper hier zweifelsohne zwei bis drei Wochen verbringen können, ohne dass Langeweile aufkommt. 

 

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Wir stellen einige Wanderwege auf den Inseln São Miguel, Faial und São Jorge vor, die Sie auch als etwas geübte Hobby-Wanderer gut bewältigen.

São Miguel

Zwar kein Tanz, aber eine Wanderung auf dem Vulkan erwartet Sie auf der „grünen Insel“ São Miguel: Die wohl klassischste Wanderroute der Azoren führt immer am Kraterrand der Caldeira entlang, oberhalb der Seenplatte von Sete Cidades. Sie umwandern dabei den Lagoa Azul, der seinen Namen der tiefblauen Färbung verdankt. Die Caldeira gilt als beeindruckendster Einsturzkrater der Azoren.

Startpunkt der Route PR 4 SMI ist die Hauptstadt Ponta Delgada. Hier lassen Sie sich am besten von einem Taxi absetzen. Der Streckenbeginn wird von einem Wegweiser markiert. Die Route führt erst steil nach oben an den Kraterrand auf etwa 800 Meter Höhe. Auf dem Weg Richtung Sete Cidades verliert der Weg leicht an Höhe. Am Ende steigen Sie zum Lagoa Azul ab.

Dauer der Tour: 11 km, ca. 3 Stunden. Schwierigkeitsstufe: leicht.

Wenn Sie anschließend noch Energie (und Hunger) haben, lohnt sich der Weg vorbei am Lagoa das Furnas. Anschließend steigen Sie zum Miradouro do Pico do Ferro auf, genießen den tollen Ausblick und steigen am Ende nach Furnas ab.

Hier, etwa im Restaurante Tonys, serviert man den Cozido das Furnas, einen inseltypischen Eintopf, der stundenlang in Vulkanlöchern im Boden schmort. Fisch, Fleisch, Gemüse und Kartoffeln werden zusammen bis zu sieben Stunden lang in den sogenannten Fumarolen gegart. Das Ergebnis: ein würziger, leicht schwefeliger Eintopf. Unbedingt probieren! In der Hauptsaison ist eine Reservierung empfehlenswert. Die Mengen sind übrigens sehr üppig, eine Portion reicht im Normalfall für zwei Personen.

Furnas liegt in einem Tal, das berühmt ist für seine zahlreichen Heilquellen. In einem der schönsten Parks Europas, dem Parque de Terra Nostra, entspannen Sie im eisenhaltigen Thermalschwimmbad. Das Wasser ist mit 38 Grad Celsius herrlich warm. Gewöhnungsbedürftig ist die wegen des Eisengehalts gelblich-braune Farbe. 

 

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Eine weitere schöne Wanderroute ist die zum Lagoa do Fogo im östlichen Bergland. Der markierte Wanderweg PRC 2 SMI startet mit einem Anstieg durchs Weideland bis zu einem Wasserspeicher. Anschließend geht es durch einen Mischwald aus Eukalyptus und Akazien. Dann gelangen Sie zu einem romantischen Wasserkanal, Levada genannt. Dieser begleitet den weiteren, relativ ebenen Weg ohne Steigung. Nachdem Sie ein Bergtal durchwandert haben, gelangen Sie nach sanfter Steigung an das Südufer der Lagoa do Fogo. Zeit für eine kleine Pause. Aber Vorsicht: Im Frühling brüten hier Möwen, die leicht aggressiv werden können. Eine Umrundung ist leider nicht möglich, weil die Ufer zu steil sind.

Dauer der Tour: 11 km, ca. 4 Stunden. Schwierigkeitsstufe: mittel.

Nach Ihrer Wanderung bietet sich eine Abkühlung in der Caldeira Velha an. Dieses Warmbad mitten im Wald befindet sich nördlich des Lagoa do Fogo, steigen Sie also am besten in den Mietwagen oder ins Taxi. Gesäumt wird der Fels-Pool von Farnen und anderem Blattwerk – malerisch und entspannend.

Faial

Faial ist eine der meistbesuchten Inseln der Azoren. Die „blaue Insel“ trägt ihren Spitznamen aufgrund der üppigen Hortensienblüte im Sommer. Eine der beliebtesten Wanderrouten hier ist die Umrundung der Caldeira, eines kreisrunden Riesenkraters.

Die Rundwanderung PRC 4 FAI beginnt am 910 m hohen Aussichtspunkt Miradouro da Caldeira. Treppenstufen führen zum Kraterrand hinauf. Oben angekommen erwartet Sie ein toller Panoramablick über die Insel sowie bei guten Wetterverhältnissen auch die Sicht auf die Nachbarinseln Pico und São Miguel. Ein von Hortensien gesäumter Feldweg führt Sie zu zwei flacheren Gipfeln, danach beginnt ein leichter Ansteig bis zum Alto do Guarda-Sol (997 m). Zu guter Letzt erreichen Sie den höchsten Punkt der Insel, den Cabeço Gordo. Ab dort geht es mit einem etwas größeren Gefälle bergab.

Dauer der Tour: 8 km, ca. 2,5 Stunden. Schwierigkeitsstufe: leicht.                                                                                                                  

Einen Besuch wert ist auch die Hauptstadt Faials, Horta. Nehmen Sie im Hafen an der Strandpromenade Platz und genießen die Aussicht bei einem Getränk. Die Kneipe Peter Café Sport hat Kultstatus bei Seglern, Einheimischen und Touristen. Die Wände sind tapeziert mit Fotos, Wimpeln und Flaggen, die Segler von ihren Reisen mitgebracht haben.

Außerdem interessant: der Vulkan Capelhinos im Westen der Insel. Zuletzt brach er im Jahr 1957 aus, spuckte Millionen Tonnen Lava und Asche aus. Heute findet man hier eine Lava-Wüste, die auf den ersten Blick karg und öde wirkt. Bei genauerem Hinsehen erblickt man jedoch einige zarte Pflänzchen. Ein alter Leuchtturm lässt sich hier ebenfalls besichtigen. Vor dem Vulkanausbruch lag er direkt an der Küste. Durch die Massen an Lava wurde er jedoch mehrere hundert Meter landeinwärts geschoben.

 

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São Jorge

Charakterisch für die Insel São Jorge sind die Fajãs, schmale Küstenebenen unterhalb der Steilküste im Norden. Eine solche Fajã ist auch das Ziel einer schönen Wanderroute an der Nordküste. Sie führt über den höchsten Punkt der Insel, Pico da Esperança, bis nach Norte Grande und zur Fajã do Ouvidor (Wanderweg PR 4 SJO).

Lassen Sie sich am besten von einem Taxi am Fuß des Pico Pedro absetzen. Sie starten auf einem Feldweg und folgen auf der Nordseite dem Weg Richtung Pico da Esperança. Am Kraterrand des 1053 Meter hohen Gipfels angekommen erwartet Sie eine großartige Aussicht über den kleinen Kratersee, die Insel und mit etwas Glück auch über einige benachbarte Inseln.

Auf dem Hauptweg gelangen Sie zum Pico do Pinheiro. Anschließend folgt der Abstieg nach Norte Grande. Hier können Sie entweder mit dem Bus zurück nach Velas fahren oder Sie steigen weiter zur Fajã do Ouvidor ab, wo Sie sich nachher von einem Taxi abholen lassen können. Aber erst nach einer Abkühlung in einem der natürlichen Felspools Poça do Caneiro und Poça do Simão Dias. Beide Naturschwimmbecken sind ausgeschildert.

Dauer der Tour: 17 km, ca. 4 Stunden für geübte Wanderer, ansonsten etwa eine Stunde länger. Schwierigkeitsstufe: mittel.

Eine weitere malerische Strecke führt Sie von der Serra do Topo über die Caldeira de Santo Cristio bis zu zwei der schönsten Fajãs der Insel: die Fajã de Santo Cristo und die Fajã dos Cubres.

Die Wanderroute PR 1 SJO beginnt in der Serra do Topo neben dem Parkplatz in der Nähe des Windparks. Zu einem Wassertank hinauf führt ein von Hortensien gesäumter Weg. Dort beginnt der eigentliche Wanderpfad – teils Pflasterweg, teils Trampelpfad. Dieser verläuft parallel zu einem Wasserlauf. Nach etwa drei Kilometern gibt es sogar einen Wasserfall zu sehen.

Danach führt Sie der Pflasterweg zur Fajã de Santo Cristo. Dort angekommen gehen Sie an einer Küstenlagune entlang in Richtung Fajã do Belo. Nach etwa zwei Kilometern erreichen Sie einen Parkplatz. Nach 800 Metern auf den anliegenden Straße gelangen Sie zur Kapella Nossa Senhora da Lourdes.

Dauer der Tour: 10 km, ca. 2,5 Stunden. Schwierigkeitsstufe: mittel.

Abseits der Wanderpfade: Ein Picknick im Parque Florestal das Sete Fontes ist überaus empfehlenswert. In dem idyllischen Waldpark picknicken Sie zwischen Azaleen, Hortensien und Baumfarnen. Es gibt zudem kühle Quellen und zwei Miradouros mit schöner Aussicht.

Anreise:

Ab Lissabon werden Ponta Delgada, die Hauptstadt São Miguels, und Horta, die Hauptstadt Faials, angeflogen.

Zwischen den Inseln verkehren zwischen Anfang Mai und Ende September Fähren

Mietwagen:

Da die Insel São Miguel recht groß ist, empfiehlt es sich, hier ein Auto anzumieten. Zum Beispiel über autalantis.

Alle offiziellen Wanderwege finden Sie hier.

Diese Wanderwege sind zur Zeit nicht begehbar. 

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