Auf den Spuren von Robert Langdon: Prag

Prag lässt sich nicht nur erlaufen, sondern auch lesen. In Dan Browns neuestem Roman The Secret Of Secrets führt es Robert Langdon hierher. Das Buch ist damit die ideale Begleitlektüre für einen Spaziergang durch die Goldene Stadt.
Über den Dächern der Altstadt
Den besten Überblick verschafft man sich von oben. Das Altstädter Rathaus liegt zentral und eignet sich gut als Orientierungspunkt. Vom gotischen Turm öffnet sich ein weiter Blick über Dächer, Gassen und Brücken.
Zur vollen Stunde setzt sich die astronomische Uhr in Bewegung. Zeit wird hier sichtbar inszeniert.
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Das Wahrzeichen der Stadt
Die Prager Burg gilt als meistbesuchte Sehenswürdigkeit. Sie besteht aus mehreren Höfen und bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt. Historisch war sie königliche Residenz. Heute dient sie als Amtssitz des Präsidenten.
Der Weg zur Burg ist bewusst gestaltet. Er führt über die Karlsbrücke und anschließend bergauf. Im Roman markiert dieser Weg einen Übergang. Vom offenen, einladenden Stadtraum hin zu Macht und Ordnung der Geheimorganisationen. Vom geschäftigen Treiben zu den stillen Geheimnissen.
Innerhalb der Burg liegen mehrere bedeutende Bauwerke. Dazu zählen die St.-Georgs-Basilika und der Lobkowicz-Palast. Es lohnt sich, den Spaziergang pünktlich zur täglichen Wachablösung um zwölf Uhr zu timen.
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Als Symbolologe sind Rituale Robert Langdons täglich Brot. Kein Wunder, dass er nicht umhinkann, immer wieder stehenzubleiben und zu staunen. Obwohl er sich in Lebensgefahr befindet.
Tipp: Vom Glockenturm aus lässt sich die gesamte Anlage gut überblicken.
Die sich ständig wandelnde Sehenswürdigkeit
Die John-Lennon-Mauer liegt versteckt in einer kleinen Gasse. Sie entstand nach Lennons Tod als Zeichen politischer Hoffnung. Bis heute verändert sich die Wand täglich. Neue Farben überdecken alte Aussagen.
Auch im Roman steht dieser Ort für Instabilität. Immer wieder gerät das Leben von Dan Browns Figur aus den Fugen. Alles um ihn herum schwimmt und formiert sich ständig neu. Kein Wunder, dass dieser Ort auch ihn bewegt.
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Die engste Sehenswürdigkeit
Unweit der Karlsbrücke liegt eine extrem schmale, namenlose Gasse. Sie erlaubt immer nur einer Person den Durchgang. Eine Ampel regelt den Zugang. Stillstand gehört hier zum Konzept.
Solche Orte verlangsamen auch im Roman den Ablauf. Der Held muss sich zu einer schweren Entscheidung überwinden. Für den Touristen ist die Entscheidung hingegen leicht: Im urgemütlichen Café Cocovanka gleich um die Ecke lässt sich bei Kaffee und Kuchen gut in Dan Browns Roman schmökern.
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Die goldenste Sehenswürdigkeit
Das Goldene Gässchen liegt am östlichen Rand der Burganlage. Die kleinen Häuser wirken fast überdimensioniert belebt. Der Name verweist auf frühere Goldschmiede. Heute zeigen Ausstellungen den Alltag einstiger Bewohner. Auch Franz Kafka lebte zeitweise hier und bewies: Große Gedanken entstehen auch in engen Räumen.
Die typischen Spezialitäten
Am Moldauufer findet samstags der Bauernmarkt Náplavka statt. Er wirkt funktional und erfreulich uninszeniert. Regionale Produkte stehen im Vordergrund. Knedlíky, Schweinebraten und süße Teigwaren prägen das Angebot.
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Der romantische Platz inmitten des Stadtgetümmels
Die Insel Kampa liegt direkt unterhalb der Karlsbrücke. Viele Besucher laufen achtlos an ihr vorbei. Dabei bietet sie Ruhe, Grünflächen und Abstand. Ein Ort zum Neuordnen von Gedanken.
Die zahlreichen Brücken
Prag wird häufig als Stadt der Brücken bezeichnet. Allein über die Moldau führen zahlreiche Übergänge. Die Karlsbrücke ist der bekannteste: belebt, laut und ständig in Bewegung.
Im Roman spielt die Brücke eine zentrale Rolle. Beim Blick auf die 30 Statuen entlang des Übergangs kann man, genau wie Robert Langdon, leicht ins Zweifeln kommen, wer hier eigentlich wen beobachtet.
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Die perfekte Ruhe-Oase außerhalb des Stadtgewimmels
Hoch über der Stadt liegt das Kloster Strahov. Ein passender Abschluss für einen Spaziergang.
Im Strahov-Kloster verlangsamt sich auch der Roman spürbar. In der Bibliothek mit tausenden Büchern, Karten und Handschriften wird Wissen räumlich erfahrbar. Für Professor Langdon ist so ein Ort natürlich kein Museum. Sondern ein Arbeitsraum.
Nach dem Aufenthalt ist Langdons Blick geschärft. Nicht ruhiger. Aber präziser. Er verlässt das Kloster nicht mit Antworten, sondern mit mehr Fragen. Aber besseren. Und das ist im Roman entscheidend.
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So ist es auch mit Prag. Man kann die Stadt gut in einem Kurztrip erkunden. Aber nicht verstehen.
Man versteht nur, dass man auf jeden Fall wiederkommen muss.