48 Stunden in Rom

02.11.2016

Sie wird die ewige Stadt genannt -- und ewig Zeit könnte man sich auch nehmen, sie zu erkunden: Rom. Aber auch auf zwei Tage lässt sich die Stadt gut entdecken -- wenn man weiß, wo man hin muss. Wir verraten Ihnen unsere Must-sees und Must-do's für die Metropole am Tiber.

5 Dinge, die ich noch nicht über Rom wusste:

1. Täglich werfen Menschen Münzen in den Trevi-Brunnen. So kommen pro Tag etwa 3000 € zusammen. Diese werden für wohltätige Zwecke gespendet.

2. Wer behauptet, Latein sei eine tote Sprache, muss nur mal im Vatikan an einen Geldautomaten gehen: Hier wird alles in der Sprache der alten Römer angezeigt (Keine Sorge, Englisch ist auch wählbar).

3. In Rom ist es gesetzlich geregelt, dass Katzen dort leben sollen und dürfen, wo sie geboren worden sind

4. Die Ewige Stadt ist geprägt von Kirchen, die meisten davon katholisch. Allerdings findet man hier auch die größte Moschee und den größten buddhistischen Tempel in Europa.

5. Das Colosseum ist Heimat von über 350 verschiedenen Pflanzenarten. Viele davon sind exotisch und sonst nirgends in Europa zu finden.

Wo schlafe ich?

Eine meiner liebsten Unterkünfte in Rom ist das Lea Luxury Rooms. Sehr zentral im jüdischen Viertel gelegen, erreicht man von hier aus alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Minuten zu Fuß. Außerdem ist das Viertel verkehrsberuhigt, ein Segen für die strapazierten Ohren nach einem Tag in der quirligen Stadt. Das kleine Domizil (es gibt nur fünf Zimmer) hat erst Ende 2015 eröffnet, alles ist noch sehr neu und der Service sehr persönlich.

Etwas pompöser und noch luxuriöser nächtigen Sie im Palazzo Manfredi direkt neben dem Colosseum. Untergebracht in einer historischen Villa aus dem 16. Jahrhundert erwarten Sie im inneren Marmorböden, Seidentapeten und Samtvorhänge. Das absolute Highlight des Hotels: Die umwerfende Dachterrasse mit grandiosem Ausblick auf das Colosseum.

 

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Was muss ich sehen?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Eigentlich ist die ganze Stadt eine einzige Sehenswürdigkeit. Nirgends sonst findet man so viele historische Bauten auf einem Fleck. Man hat den Eindruck, hinter jeder Ecke verbergen sich antike Ruinen oder barocke Kirchen, dazwischen mittelalterliche Bauten und bombastische Amphitheater. Natürlich sollte man einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten unbedingt besuchen. Zum Beispiel das Colosseum: Bereits seit 2000 Jahren prägt das Bauwerk die Kulisse der Stadt. Direkt nebenan befindet sich das Forum Romanum.

 

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Zu Zeiten der Römer war dies der politische, soziale und kulturelle Mittelpunkt der Stadt. Wenn Sie das Forum besuchen, sollten Sie auch den Palatin erklimmen. Er ist einer der sieben Hügel, auf denen Rom erbaut wurde und wahrscheinlich der berühmteste. Hier besichtigt man zahlreiche historische Stätten wie die Kaiserpaläste und die Hütten, in denen der Legende nach Romulus und Remus gelebt haben. Auf jeden Fall sollten Sie sich sogenannte Skip-the-line-Tickets besorgen für das Colosseum und das Forum Romanum/ Palatin. So umgehen Sie die langen Schlangen und sparen sich viel Zeit.

Was natürlich auch nicht verpasst werden darf bei einem Rom-Trip ist der Besuch des Vatikans. Das ganze Areal ist einfach nur beeindruckend. Im Petersdom kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus: Unzählige Kuppeln durchziehen den Sakralbau und gipfeln in der großen Kuppel, dem größten freitragenden Ziegelbau der Welt. Diese kann man übrigens auch erklimmen. 510 Stufen führen bis auf die Spitze. Von dort oben genießen Sie einen fantastischen Blick über Rom und erhaschen auch einen Blick in die Vatikanischen Gärten.

 

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Wer nicht so gern hoch hinaus will, für den sind die Vatikanischen Grotten genau das richtige. Hier befindet sich das Grab des Heiligen Petrus sowie die letzten Ruhestätten vieler Päpste.

Wenn man einmal um den Petersdom und die gigantischen Mauern des Vatikan herum läuft, gelangt man zu den Vatikanischen Museen. Sie beherbergen die päpstliche Kunstsammlung, eine der größten Sammlungen der Welt. Außerdem gelangt man über die Museen in die Sixtinische Kapelle, jenen Ort, in dem die Kardinäle zusammen kommen, um einen neuen Papst zu wählen.

 

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Nicht weit vom Vatikan entfernt ist die Engelsburg. Ursprünglich war sie als Mausoleum für Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) und seine Nachfolger errichtet worden. Später wurde sie von verschiedenen Päpsten zum Kastell umgebaut und diente als Zufluchtsort bei Gefahr. Zu erreichen war sie über eine Mauer mit Gang, die direkt vom Vatikan zur Burg führt.

Ebenfalls sehenswert ist der Trevi-Brunnen, der größte Brunnen in Rom. Seit Ende 2015 erstrahlt er in neuem Glanz und ist beliebter Treffpunkt für Touristen und Einheimische gleichermaßen. Von hier aus sind es nur wenige Meter zur Spanischen Treppe. Meistens sieht man vor lauter Menschen die Stufen nicht mehr. Aber vor allem bei Sonnenuntergang ist es ein magischer Ort, an dem man sich von einem strapaziösen Sightseeing-Marathon wunderbar erholen kann.

 

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Direkt im Anschluss zur Spanischen Treppe beginnt die Via Condotti, die wohl teuerste Einkaufsstraße Roms. Ein Desingerladen nach dem anderen reiht sich aneinander. Wer in kurzer Zeit viel Geld los werden will, ist hier genau richtig. Etwas günstiger wird es auf der Via del Corso und in den kleinen Nebengassen.

Man könnte jetzt noch unzählige weiter Sehenswürdigkeiten aufzählen wie die Piazza Navona, das Pantheon, die Katakomben, das Kapitol, die Lateranbasilika, das Monumet Vittorio Emanuele II und und und.

Ich würde Ihnen empfehlen, einfach sehr bequeme Schuhe mitzunehmen und die Stadt einfach zu Fuß zu erkunden. Alles sieht man ohnehin nicht, aber die schönsten Dinge sieht man meistens im Vorbeigehen.

Was esse ich?

Pizza und Pasta gehen immer. Besonders lecker sind Penne all'arrabiata in Rom. Man sollte aber auf alle Fälle auch Fisch probieren. Rom liegt unweit des Meeres und frischer Fisch gehört hier zu jeder ausgewogenen Mahlzeit dazu. Es ist auch gut zu wissen, dass die Italiener "anders" essen als wir. Pasta gilt hier als Primi Piatti, also Zwischengang. Die Portionen fallen dementsprechend etwas kleiner aus. Wenn Sie also großen Hunger auf Pasta haben, sollten Sie das bei der Bestellung gleich angeben und die Pasta als Secondi Piatti bestellen. Sonst ist die Enttäuschung und auch der Hunger hinterher groß.

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Römer nicht frühstücken. Es wird maximal ein Kaffee getrunken und dafür mittags ausgiebiger geschlemmt. In Hotels bekommen Sie selbstverständlich ein Frühstück, aber wenn Sie auf der Suche nach einem guten Frühstück in einem auswärtigen Lokal sind, wird Ihre Suche vergebens sein.

Gute römische Hausmannskost gibt es in der Enoteca Corsi (Via del Gesù 87). Sie existiert seit 60 Jahren, mit ihrer sehr schlichten Einrichtung ist sie eine typische Osteria alten Stils.

 

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Die besten Pizzen (so munkelt man auf Roms Straßen) gibt es im Viertel Trastevere. Mein Favorit: Die Pizzeria Ai Marmi (Viale Trastevere 53). Aber nehmen Sie sich hier Zeit mit, das Lokal ist schon lange kein Geheimtipp mehr und die Schlange (ja tatsächlich, hier steht man sogar an für eine Pizza) kann auch schon mal etwas länger sein.

 

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Was mache ich abends?

Das Nachtleben in Rom spielt sich hauptsächlich auf der Straße ab. Ganzjährig milde Temperaturen machen es möglich. Eine schöne Vinothek zu finden ist eigentlich gar nicht schwer: Man flaniert einfach ein paar Gassen entlang und lässt sich dort nieder, wo es einem gerade gefällt. Der Wein ist überall exzellent! (Die Via del Governo Vecchio wartet übrigens mit sehr vielen, sehr originellen Enotheken auf) Am quirligsten geht es im Viertel Trastevere zu. Hier reiht sich eine Bar an die nächste.

 

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Was darf ich auf keine Fall verpassen?

Wenn Sie das Glück haben an einem Mittwoch in Rom zu sein, sollten Sie sich auf keinen Fall die Generalaudienz des Papstes auf dem Petersplatz entgehen lassen. Egal ob gläubig oder nicht, es ist ein ganz besonderes Gefühl, wenn dieser "Rockstar der Kirche" in seinem Papamobil an einem vorbei fährt und zuwinkt. Zu den großen christlichen Feiertagen gibt es auch eine große Messe auf dem Petersplatz. Ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.

Was muss ich sonst noch wissen?

Jährlich besuchen etwa 10 Millionen Menschen die Ewige Stadt. Das führt zu langen Schlangen vor den Sehenswürdigkeiten. Deshalb sollte man sich unbedingt vorab Tickets kaufen für alles, was man so sehen will. Für den Vatikan muss man sogar Zeit-Slots buchen (es geht auch ohne, aber dann kann es schon mal drei Stunden dauern, bis man rein kommt). Es gibt aber diverse Ticket-Optionen, die man schon vorab im Internet erwerben kann und wodurch man sich viel Zeit (und auch Geld spart). So zum Beispiel den Roma Pass, mit dem man freien Eintritt in zwei Museen nach Wahl hat und Vergünstigungen in 40 anderen bekommt. Oder die Omnia Card, in der auch der Eintritt in den Vatikan schon enthalten ist.

Obwohl Rom fast 2,7 Millionen Einwohner hat, gibt es nur zwei U-Bahn-Linien. Da die "neue" Stadt quasi auf den Ruinen der antiken gebaut wurde, stoßen die Tunnelgräber bei ihrer Arbeit immer wieder auf historische Stätten. Der öffentliche Nahverkehr spielt sich daher überirdisch ab. Das kann schon mal zu dem ein oder anderen Stau führen (Ok, sind wir mal ehrlich, Rom ist ein einziger Stau). Aber betrachten Sie es pragmatisch: Der dichte, turbulente und für uns vielleicht chaotisch und planlos wirkende Verkehr ist eine weitere Attraktion in dieser Stadt. Genießen Sie es einfach!

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