10 Orte, die Sie nicht in Großbritannien vermutet hätten

30.07.2018

 

Ein orientalischer Märchenpalast, tropische Pflanzenparadiese, die Geburtsstätte von Graf Dracula und malerische Wasserstraßen: Um all diese Orte zu sehen, muss man nicht einmal um die Welt reisen. Eine Reise nach Großbritannien reicht vollkommen! Oder hätten Sie gedacht, dass man hier die letzte Delfin-Population Nordeuropas in freier Wildbahn beobachten kann? Oder dass es in der walisischen Provinz einen Ort gibt, der jährlich hunderttausende Fans des gedruckten Wortes anzieht?

Begleiten Sie uns auf unserer Reise zu den ungewöhnlichsten Orten der Insel, die Sie so hier nie vermutet hätten.

1.  Palast aus Tausendundeiner Nacht

Der Royal Pavilion in Brighton an der Südküste Englands ist der wohl ungewöhnlichste Palast Europas. Die Zwiebeltürmchen und Säulenpagoden erinnern stark an einen orientalischen Mogulpalast, innen sind die Räume im prunkvollen chinesischen Stil eingerichtet. Erbaut wurde der Palast 1815 von König Georg IV August Friedrich, seines Zeichens König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und König von Hannover. Brighton ist aber nicht nur wegen des Palastes einen Besuch wert. Mit seinen neoklassizistischen Grandhotels an der Strandpromenade und dem milden Klima macht es den südfranzösischen Hotspots wie Marbella, Nizza und Biarritz Konkurrenz.

Wie ein Traum aus Tausendundeiner Nacht: Der Royal Pavilion in Brighton.

2. Draculas Geburtsort

Eingesäumt von einem grünen Tal, mit malerischen, rotgedeckten Häuschen präsentiert sich das kleine Örtchen Whitby in der englischen Grafschaft North Yorkshire. Hoch über der Stadt ragt sie dann mystisch auf – die Ruine der ehemaligen Benediktinerabtei aus dem 13. Jahrhundert. Wenn dann auch noch die Dunkelheit über dem Ort hereinbricht, versteht man, wie Bram Stoker zu seinem Roman "Dracula" inspiriert wurde. Der berühmte Gruselroman hat hier nämlich seinen Ursprung. Und nicht nur das: Whitby hat auch einen Gastauftritt in Stokers Bestseller. Nämlich wenn Graf Dracula mit dem Schiff ankommt und dann schlurfend, ganz langsam die 199 Stufen zur Abbey hinauf schleicht. Schaurig-schön!

Majestätisch thront die Ruine der Benediktiner-Abtei über dem Ort.

3. Klein-Venedig

Schmale Kanäle, malerische Brücken und bunte Boote: Was sich anhört wie eine Beschreibung von Venedig, ist in Wirklichkeit eine versteckte Ecke in der pulsierenden Metropole London. "Little Venice" nennen sie die Hauptstädter liebevoll. Von hier aus starten auch Wasserbusse auf dem Grand Union Canal Richtung Camden Lock und in den London Zoo. Touristen verirren sich nur selten hierher, weshalb es auch ein schöner Ort ist, um das "real London life" zu entdecken. Auf vielen der Hausboote befinden sich Cafés und kleine Restaurants, in denen es sich herrlich entspannen lässt und man hervorragend Wildgänse beobachten kann. Wer übrigens gerade mit dem Gedanken spielt, auszuwandern und sich ein kleines Domizil am Wasser zuzulegen: Einige der süßen Hausboote stehen zum Verkauf, zu einem (für Londoner Verhältnisse) Spottpreis von 600 -700. 000 Pfund...

Auf vielen der Hausboote befinden sich Cafés und Restaurants, die zu einer Pause einladen.

4. Tropisches Gartenparadies

Eukalyptus-Bäume in Schottland? Hört sich komisch an, gibt es aber tatsächlich. Nämlich in den Inverewe Gardens an der Nordostküste, einem der nördlichsten botanischen Gärten der Welt. Aufgrund der Lage am warmen Golfstrom blühen und gedeihen hier Pflanzen, die sonst so nur in tropischeren Gefilden vorkommen: Hortensien, Rhododendren und Azaleen, gigantische Redwoods und Flachs, Edelweiß und Schwertlilien säumen die verschlungenen Wege, die durch den Park führen. Ein Paradies für Gartenliebhaber!

Inverewe Gardens ist ein Paradies für Gartenliebhaber.

 5. Wo sich die Delfine tummeln...

Eigentlich gibt es in der Nordsee keine Tümmler. Bis auf diesen einen magischen Ort an der Küste Schottlands – Moray Firth. Hier hat sich dauerhaft eine Gruppe von circa 130 Delfinen niedergelassen, die sich nur zu gern beobachten lassen. Ab und zu gesellen sich auch noch Wale zu der munteren Gruppe dazu. Der beste Spot ist Chanonry Point bei Iverness. Oft kommen die Tümmler nahe an den Strand heran – es wirkt fast so, als wollten sie sich präsentieren. Wir empfehlen trotzdem, ein Fernglas mitzunehmen für den Fall, dass die Meeressäuger einen schüchternen Tag haben.

In Moray Firth findet man die letzte Population Großer Tümmler in der Nordsee.

 

6. Von Künstlern und Surfern

In St. Ives in der Grafschaft Cornwall treffen coole Beach-Boys auf Kulturinteressierte. Beste Voraussetzungen herrschen hier für beide: Raue Atlantikwellen treffen auf feinen Sandstrand, eine kühle Brise sorgt für Wind in den Segeln, und mitten in dem 11.000-Einwohner-Städtchen befindet sich ein Ableger der berühmten Londoner Tate Gallery mit Werken regionaler Künstler. Und als ob das nicht schon genug wäre für so ein kleines Städtchen, ist es auch noch Schauplatz zahlreicher Rosamunde-Pilcher-Filme – die Königin des ZDF-Sonntagsfernsehen ist ganz in der Nähe aufgewachsen.

Traumhafte Sandstrände, tolle Wellen und eine berühmte Kunstgallerie: Das ist St. Ives in Cornwall.

7. Ein Mekka für Bücherwürmer

1800 Einwohner, 40 Buchhandlungen, 10 Millionen Bücher – willkommen in der verrückten Welt von Hay-on-Wye. Seit Anfang der 60er Jahre ist das walisische Dorf ein Mekka für Leseratten aus aller Welt, jährlich strömen 500 000 von ihnen in das kleine Nest an der Grenze zu England. Angefangen hat alles mit einer Vision: Richard Booth wollte die Welt nach Hay-on-Wye bringen, die Welt der Bücher. Und den Büchern folgten die Menschen. Heute zählt der kleine Ort zu den größten Touristenattraktionen in Wales – und Booth ist sein König (ohne Witz, er ist wirklich König von Hay-on-Wye). Eine wirklich grandiose Erfolgsstory.

Mehr als 40 Buchläden gibt es in dem kleinen Ort Hay-on-Wye.

8. Der unaussprechlichste Ort

Es gibt einen Ort in Großbritannien, dessen Namen man nicht aussprechen kann. Also nicht weil man nicht dürfte, nein. Einfach weil man es tatsächlich nicht kann! Glauben Sie nicht? Na gut, versuchen Sie mal das hier ohne verhaspeln laut zu lesen (vielleicht sollten Sie dabei alleine sein): Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch. Na, geschafft? Wenn ja, dann sind Sie vielleicht in Wirklichkeit ein Waliser? Der unaussprechliche Ort im Süden der Insel Angelsey hat mit 58 Buchstaben auch offiziell den längsten Ortsnamen Europas und steht sogar im Guiness Buch der Rekorde. Übersetzt heißt er folgendes: „Marienkirche (Llanfair) in einer Mulde (pwll) weißer Haseln (gwyn gyll) in der Nähe (ger) eines schnellen Wirbels (chwyrn drobwll) und der Thysiliokirche (llantysilio) bei der roten Höhle (ogo goch).“ Logisch, oder? Es gibt auch eine Abkürzung des Ortsnamens, damit er leichter auszusprechen ist: Llanfairpwllgwyngyll – wirklich witzig, diese Waliser....

Das Bahnhofsschild in Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch ist das wohl meistfotografierte in Europa.

9. Das Tor zu einer vergangenen Welt

London, die Millionen-Metropole an der Themse ist oft laut, hektisch, dominiert von modernen Wolkenkratzern und seiner Zeit immer ein bisschen voraus. Bis auf diesen einen magischen Ort im Londoner Osten, Dennis Severs' House. Von außen lässt das schmucke Häuschen in der Folgate Street noch nicht erahnen, dass man gleich zwei Jahrhunderte in der Zeit zurück reist, sobald man die Schwelle überschritten hat. Die unebenen Dielen knarren, Kerzen flackern auf dem Kaminsims, überall stehen antike Möbel aus dem 18. und 19. Jahrhundert – ein Bilderbuch-Museum. Aber Moment mal: Auf dem Tisch liegt ein angebissener Toast, halb volle Teetassen dampfen vor sich hin, die Bettdecken im Schlafzimmer sind zerwühlt. Wohnt hier jemand? Man weiß es nicht so genau – man hat zumindest das Gefühl, eine Familie hätte das Haus gerade erst verlassen und kommt jeden Moment wieder zurück. Aber es kommt niemand, denn genau das ist die Illusion. Eine authentische Zeitreise in eine vergangene Welt – ein Museum, das Ihre Sinne heraus fordert...

Im Dennis Severs' House scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

 10. Zugstrecke der Superlative

Eine Fahrt mit dem Jacobite Train ist ein echtes Erlebnis. Hier nur mal die spannendsten Fakten zur Route: Es geht vorbei am Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens. Anschließend passiert der Zug den westlichsten Bahnhof der Insel (Arisaig), bevor es weiter geht zum tiefsten Süßwassersee (Loch Morar) und dem kürzesten Fluss (Morar) Britanniens, um schlussendlich in einem der malerischsten Fischerdörfer Schottlands (Mallaig) zu halten. Ziemlich viele Superlative oder? Und dabei haben wir noch gar nicht alles aufgezählt. Da gäbe es zum Beispiel noch die Tatsache, dass man in dem Original-Zug aus den Harry-Potter-Filmen sitzt (einer historischen Dampf-Lok), man die Drehorte des Fantasy-Blockbusters passiert und auch noch eines der beeindruckendsten Bauwerke, das Viadukt von Glenfinnan passiert. Na, wer hat jetzt Lust auf eine Reise mit dem Zug?

Das Glenfinnan-Viadukt ist bekannt aus den Harry-Potter-Filmen.

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