Andalusien-Urlaub an der Costa de la Luz – zu Gast bei den tanzenden Pferden

Von
Reise-Expertin, Hamburg
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„Como Bailan los Caballos Andaluces“ heißt die Show in der Königlich-Andalusische Reitschule Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre, die mir schier den Atem raubte. Übersetzt bedeutet die Show: Wie die andalusischen Pferde tanzen – und genau das haben sie auch getan auf dem hellen Boden der Recreo de las Cadenas.

Fast Mühelos bewegten sich die Tiere durch das prächtige Gebäude der 1973 gegründete spanische Hofreitschule, das sich im andalusischen Jerez, direkt neben der Bodega Sandemann befindet. Entworfen wurde das Gebäude vom französischen Architekten Garnier – für mich der ideale Schauplatz für die Dressurschauen auf höchstem Niveau.

Wie kaum eine andere Pferderasse versprühen die Andalusier Anmut. Ihre Kopfhaltung ist tadellos. Ihr Gang grazil und ihre Mähne ein wallender Traum. „Ihr seid die hohen, unsterblichen Pferde, Kinder der Sonne und ein musikalischer Traum. Wer ist nicht verzaubert von eurem rhythmischen Schritt und eurem Charme?“,  schreibt der Schriftsteller Rafael Alberti.

Überzeugen konnte ich mich von der Noblesse der reinrassigen spanischen Pferde während der rund 90-minütigen Show – einem Pferdeballett zu spanischer Musik mit Kostümen aus dem 18. Jahrhundert.

Eine Gänsehaut lief mir über den Rücken, als die hellbraunen Andalusier mit hochgestecktem Schweif in die Reithalle marschierten. Mit dem langen Stab der Garrocha in der Hand demonstrierten die Reiter die spanische Hirtenreitweise Doma Vaquera – eine traditionelle Reitdisziplin, welche die ursprüngliche Arbeit der spanischen „Cowboys“ mit Rinderherden zeigt. Ergänzt wird die Show durch Lektionen des klassischen Dressurreitens und anderer traditioneller Reitdisziplinen wie Handarbeit und Quadrillen.

Ob fliegende Wechsel im Gallop, Piaffen, oder Pesade: Die Lektionen waren perfekt. Highlight war die berühmte Kapriole ohne Reiter, ein eleganter Sprung des Pferdes, bei dem es alle Beine von sich streckt. Vorführungen mit prächtigen Kutschen rundeten das Spektakel ab.

Für mich war die Show der Inbegriff Andalusiens: Feurig, stolz und temperamentvoll – und in jedem Fall auch für nicht Pferdenarren sehenswert.

Sehenswert sind auch die Kleider einiger Touristen, wenn auch zuweilen etwas kitschig. In Bussen werden die Besucher aus ganz Andalusien angefahren, wobei viele für das Ereignis traditionelle Flamenco-Gewänder in feurigem Rot und knalligem gelb tragen.

Wem die Pferdeshow nicht zusagt, der kann sich auf dem Gelände das Museo del Enganche anschauen und sich in dem Kutschenmuseum in alte Zeiten zurückversetzen lassen. Zu besichtigen sind auch die Palaisräume und die Sattlerei.

Angeboten werden verschiedene Rundgänge wie die „Visita Reducida“ oder die „Half Tour“ auf der Sie interessante Informationen über die andalusische Pferdezucht und die Bedeutung der Reitschule erhalten.

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