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Flugverbot in Deutschland: Wie verhält man sich?

Aufgrund der Aschewolke des isländischen Vulkans Grímsvötn wurde am Mittwoch, den 25. Mai ein Flugverbot über Teilen von Norddeutschland ausgelöst. Viele Passagiere saßen am Vormittag auf den Flughäfen Hamburg, Bremen, Lübeck und Berlin fest. Welche Rechte Sie als Passagier in solchen Extremsituationen haben, hat nun die Flugsuchmaschine Fly.com für Sie zusammengetragen.

Generell sollten sich Reisende bei Bekanntwerden von Flugausfällen direkt mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung setzen. Dort erfahren Sie, ob Ihre Flüge gestrichen sind oder umgebucht werden können. Sollte ein späterer Flug nicht möglich sein, sind die Fluggesellschaften aufgrund von EU-Regelungen dazu verpflichtet, Kosten für gestrichene Flugtickets komplett zu ersetzen. Alternativ können sich Flugreisende auch unentgeltlich auf Ersatzflüge beziehungsweise Bahnreisen umbuchen lassen.

„Die Erstattungspflicht bezieht sich jedoch nicht auf Folgekosten oder Ausgleichszahlungen“, erläutert Dahlia Preziosa, Country Managerin von Fly.com in Deutschland. „Solch ein außergewöhnliches Ereignis wie der Vulkanausbruch gilt als höhere Gewalt. Fluglinien stehen daher nur bedingt in der Verantwortung.“ Wer einen Hin- und Rückflug in den Urlaub gebucht hat und nicht mehr nach Hause fliegen kann, kann bis zum Rückflug auf Kosten der Fluggesellschaft untergebracht werden oder sich den Ticketpreis erstatten lassen und die Rückreise selbst organisieren.

Auch wenn die Anreise durch das Flugverbot verhindert ist: Rechtlich sind Urlauber verpflichtet, im Voraus gebuchte Hotelübernachtungen oder Mietwagen zu bezahlen. „Reisende sollten ihr Hotel oder die Autovermietung persönlich kontaktieren, denn in einigen Fällen zeigen sich Reiseunternehmen aufgrund der Krisensituation kulant und bieten Gutscheine für spätere Reisen oder eine kostenlose Stornierung an“, rät Dahlia Preziosa.

Grundsätzlich würden die Fluggesellschaften versuchen, ihren Passagieren ein Hotelzimmer anzubieten, sollte die Weiterreise auf unbestimmte Zeit verhindert sein. Transitreisende oder Urlauber ohne Einreisevisum müssen jedoch darauf hoffen, dass Flughäfen ausreichend Feldbetten aufstellen. In diesen Fällen rät die Country Managerin dazu, sich auf längere Aufenthalte in den Flughäfen einzustellen und den Arbeitgeber darüber zu informieren.

„Auch wenn der Chef davon ausgehen muss, dass Mitarbeiter von einem Flugverbot betroffen sind und nichts dafür können, sollten sie ihn dennoch informieren", so Preziosa. Wer vermeiden wolle, dass die Fehltage nicht bezahlt werden, sollte eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber treffen und sich eventuelle Urlaubstage oder Überstunden anrechnen lassen.

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Ein Tipp von
Regina

Travelzoo, München
Mittwoch, 25. Mai 2011
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Regina Schneider