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Zwischen Eis und getrockneter Lava

Mit erhobenem Kopf kämpft Embla gegen den Wind. Ihre Ohren sind aufmerksam nach vorne gerichtet, der Kopf stolz erhoben. Trotz des Eises und des Schnees ist ihr Schritt durch das rotbräunliche Lavagestein fest und entschlossen. So als wüsse Sie, dass ihre Reiterin eben jene Sicherheit braucht, welche ihr die von Berggeröll und Gletschern geprägte Landschaft nicht verspricht. So als müsse sie beweisen, dass Island trotz eisiger Oberfläche und kochend heißer Lava unter der Erde, warmherzig ist.

„Das nennen wir hier übrigens eine ordentliche Brise Wind", ruft Alexandra Bartsch über ihre Schulter der Reiterin des dunkelbraunen Islandpferdes zu. Seit rund drei Monaten reitet die Deutsche mit Touristen über die Insel. Warum? „Weil ich Island schon als Kind faszinierend fand", sagt sie und grinst dabei über ihr von Kälte und Regen gerötetes Gesicht. Eigentlich wollte Sie nur für kurze Zeit das Land knapp unter dem Polarkreis erkunden und sich zwischen Ausbildung und Studium eine Auszeit gönnen. Nun überlegt sie ganz hier zu bleiben.

Im Tölt durch Islands Vulkanlandschaften

Hinter einer Biegung bleibt die Gruppe stehen. Kurze Zeit später reitet sie weiter -  in zwei Gruppen getrennt. Die Anfänger ganz langsam auf dem rechten Weg.  Die Fortgeschrittenen auf dem linken - nicht ganz so langsam. Mit ihnen auch Embla und ihre Reiterin.

Sobald die  andere Gruppe außer Sichtweite ist, fällt der braune Isländer in die nächste Gangart. Ob es Tölt ist, die nur vererbbare Schrittfolge ähnlich des Trabes, ist nicht zu erkennen. Noch nicht. Denn bereits nach einer kurzen Gewöhnungsphase fällt es Emblas Reiterin nicht mehr schwer, mit Schenkeldruck und leichter Gewichtsverlagerung das Kommando für die Spezialgangart zu geben.

Fast mühelos sitzt sie auf dem kurzen Rücken, schaut über Emblas zottelige Mähne auf die raue Vulkanlandschaft und spürt ihren warmen Atem im Gesicht.

Sicheren Schrittes über Islands Eis

Mit jedem Schritt beginnt sie sich mehr zu entspannen. Das harte Gestein unter den Pferdehufen wirkt weniger bedrohlich. Die unter der Reitkappe hervor lugenden Ohren, fühlen sich weniger kalt an. Job und Alltagssorgen sind vergessen - vom feuchten Nordwind weggeweht.

Zurück im Stall satteln die Reiter ihre Pferde ab, befreien sie von ihren Trensen und schauen zu, wie sie auf die zugefrorene Weide trotten. Weiter hinten spielen bereits zwei schwarze Island-Pferde miteinander, werfen ihre Köpfe hoch und beißen sich spielerisch in den Nacken. Hart und doch sanft zugleich –-so wie Isländer eben sind.

„Schön, wenn man weiß, dass es seinem Pferd gut geht“, sagt Alexandra und guckt dabei ihrem Rappen mit dem zotteligen Fell und der struppigen Mähne hinterher, der mit festem Schritt sicher über die zugefrorene Weide tobt.

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Ein Tipp von
Gesa

Gesa Rathke

Travelzoo, Hamburg
Freitag, 1. März 2013
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Gesa Rathke