> Von unseren Reise-Experten > Öffentliche Hotspots in New York

Öffentliche Hotspots in New York

Mit dem Fortschreiten des Handy-Zeitalters scheinen sie immer mehr wie ein Relikt aus der Vergangenheit: Telefonzellen. In Deutschland hat sich ihre Zahl seit 2007 fast halbiert – die meisten von ihnen wurden aus Rentabilitätsgründen abgebaut. Dass es auch anders geht, zeigt ein Beispiel aus den USA. Zwar werden auch hier die öffentlichen Telefone immer weniger gebraucht, in New York jedoch verspricht man sich von deren Umwandlung zu W-Lan-Hotspots eine neue, zukunftsträchtige Nutzung.

Die New Yorker Telekommunikationsbehörde DoITT gab Anfang Juni den Start ihres Hot-Spot-Projekts  bekannt. Einwohner wie auch Touristen aus aller Welt können sich künftig an immer mehr Standorten in den fünf Bezirken Manhattan, Brooklyn, Queens, Bronx und Staten Island über die Telefonzelle kabellos ins Netz einwählen. Der Clue: Die Bereitstellung des Wireless-Zugangs erfolgt ausschließlich über die bestehende Netz-Infrastruktur der Telefonzellen im Stadtgebiet.

Kostenloses surfen im Internet

Die Einwahl ins Web wird durch die Passanten mittels derer internetfähigen Telefone, Tablets oder Notebooks durchgeführt. Jeder, der sich im Umkreis von 30 bis 60 Metern einer solchen Hot-Spot-Telefonzelle befindet, kann sich einloggen, egal ob auf einer Parkbank, in einem Café oder auch im parkenden Auto. Teure W-Lan-Gebühren im Hotel entfallen somit.

Die Nutzung ist zunächst kosten- und werbefrei. Inwieweit dies so bleiben wird, ist aktuell noch nicht bekannt – davon, dass langfristig eine Gewinn bringende Umsetzung angestrebt wird, ist allerdings auszugehen, zumal zwei große Werbeagenturen in den Aufbau des Hot-Spot-Netzes involviert sind. Momentan finanziert sich das Vorhaben noch aus öffentlichen Mitteln.

Wird dieses Beispiel auch hierzulande Schule machen?

Langfristig sind auch weiter führende Nutzungskonzepte von Telefonzellen vorstellbar. Grundsätzlich eignen sich diese für jede Anwendung, die auf das Strom- und Breitbandnetz zurückgreift. Solche Visionen mögen vielen hierzulande wie Zukunftsmusik erscheinen, zumal Deutschland bei der Wiederbelebung der Telefonzelle als Kommunikationsinstrument deutlich hinterher hinkt.

Ebenso wie New York  ist Berlin ein bedeutender Touristenmagnet und mit einer entsprechend großen Nachfrage nach W-Lan-Hot-Spots konfrontiert. Ähnliche Planungen wie in New York sind bisher jedoch stets im Sande verlaufen. Hauptproblem: Die Stadt stellt kein Geld bereit, und das, obwohl der Senat Anfang 2012 eine WiFi-Initiative angekündigt hat. Unter diesen Voraussetzungen ist derzeit lediglich der Aufbau eines auf privater Initiative beruhenden Netzwerks denkbar, beispielsweise durch Restaurants und Cafés.

Bis Berlin-Besucher während ihres Aufenthalts auf ein flächendeckendes Netz aus Hot-Spots zurückgreifen können, wird in jedem Fall noch einige Zeit vergehen. In New York erkennen Sie bereits heute die Internet-Zellen am Schriftzug „Free WiFi“ und dem Emblem von NYC Digital. Die Nutzung ist unbegrenzt möglich, alle Seiten sind zugänglich. Bislang sind allerdings nur wenige der 12.360 öffentlichen Telefone im Big Apple umgerüstet.

Weitersagen

  • Bookmark and Share
  • FacebookFacebook »
  • TwitterTwitter »
  • RSS FeedsRSS Feeds »
Ein Tipp von
Marco

Travelzoo, München
Freitag, 3. August 2012
Weitere Tipps von
Marco de Martino