Kleines Wiesn-ABC – Guide fürs Oktoberfest

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Stellvertretende Chefredakteurin, München
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Von A wie Anstich bis Z wie Zuzeln: Wir haben Ihnen ein kleines ABC zusammengestellt, damit Sie schnell zum Wiesn-Experten werden. So kommen Sie garantiert ganz ohne Fettnäpfchen durch das 184. Oktoberfest und beeindrucken selbst Einheimische mit Ihrem Wissen.

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A wie Anstich: Alternativ auch „Anzapfen“. Gemeint ist das gleiche: Die Eröffnung des Oktoberfestes durch den amtierenden Oberbürgermeister Münchens am ersten Wiesntag, traditionell um 12 Uhr im Schottenhamel-Zelt. Offiziell darf erst ==> Bier ausgeschenkt werden, wenn der OB erfolgreich das erste Fass angezapft hat, was er mit dem Ausruf ==> O’zapft is der Menge kund tut.

B wie Bier: Das traditionelle Getränk auf dem Oktoberfest, manche behaupten gar, das einzig zulässige. Man hat die Qual der Wahl aus verschiedenen Brauereien, die in verschiedenen Zelten ansässig sind. Obwohl sich die Wahl relativ schnell auf die Tatsache reduziert, in welches Zelt man überhaupt Einlass findet.

C wie Champagner: Neben dem ==> Bier das am zweithäufigsten bestellte Getränk auf der Wiesn. Wer den vergorenen Traubensaft dem Gerstensaft vorzieht, sollte die großen Zelte meiden und die etwas nobleren Etablissements namens Weinzelt, Marstall und Käfers Wiesnschenke aufsuchen. Wobei sich auch hier die Türen vor so manch durstiger Kehle verschließen.

D wie Dirndl: Gilt seit einigen Jahren wieder als Pflicht-Kleidungsstück für weibliche Wiesnbesucher. Entgegen weitläufiger Meinungen sind der Auswahl des richtigen Dirndls sehr wohl Grenzen gesetzt, vor allem was die Länge anbetrifft. Auf keinen Fall sollte besagtes Kleidungsstück oberhalb des Knies enden. Auch was den Stoff betrifft, gibt es gewisse Faustregeln, vor allem diese: Papier ist kein Dirndlstoff (immer wieder gesehen vor allem bei australischen Wiesnbesucherinnen). Für weitere hilfreiche Tipps empfehlen wir unseren Blog Do’s and Dont’s auf der Wiesn.

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E wie Einlassstopp: Ein gefürchtetes aber nicht seltenes Phänomen auf der Wiesn. Teilweise sind die Zelte schon wieder geschlossen, bevor sie überhaupt geöffnet haben. Dies ist vor allem an Wochenenden festzustellen. Meist ist Überfüllung der Grund dafür, vor allem an den Tagen von Donnerstag bis Samstag sollte man nicht auf eine Wiederöffnung der Zelte hoffen.

F wie Flirten: Volkssport auf dem Oktoberfest. Geflirtet wird so ziemlich mit jedem. Dabei gibt es charmante wie auch weniger charmante Annäherungsversuche, die Wahrnehmung eines solchen verändert sich allerdings auch mit dem steigenden Alkoholkonsum des Angeflirteten.

G wie Gaudi: Bayerisch für Spaß/ Stimmung ebenso wie für Lärm. Kann unter verschiedenen Aspekten zum Einsatz gebracht werden. Beispiele: „Geh, des war doch nur a Gaudi“ = „Entschuldige vielmals, das war nicht ernst gemeint“, „Mir hamma so a Gaudi ghobt“ = „Wir hatten sehr viel Spaß“, „Des war oba a Gaudi in dem Zelt“ = „Der Lärmpegel in dem Zelt war unangenehm hoch“.

H wie Hendl: Traditionelles Essen auf der Wiesn. Oft auch Gickerl genannt. Meist bekommt man ein halbes Hendl, Beilagen müssen separat bestellt werden. Die Frage nach Besteck gilt unter Einheimischen als Fauxpas, das Hendl wir per se mit den Händen gegessen.

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I wie Italiener: Volksgruppe, die jedes Jahr zur Wiesnzeit ihr Land in Scharen verlassen, um sich dem Biergenuss hinzugeben. Vermehrt treten sie am zweiten Wochenende in Erscheinung, weshalb das auch gerne als „Italiener-Wochenende“ bezeichnet wird. Man erkennt die Volksgruppe an einer latenten Alkoholunverträglichkeit (was sie aber nicht vom übermäßigen Konsum abhält) sowie der einer auffälligen Bereitschaft zum ==> Flirten.

J wie Janker: Oberbekleidung für den Herrn. Gemeint ist hierbei eine Trachtenjacke, die zur ==> Lederhose getragen wird. Man erkennt sie am schweren Wollstoff und den typischen Hornknöpfen. Ein No-Go gibt es beim Janker nicht, meist wird dieser ohnehin nur in der klassischen Variante zum Kauf angeboten.

K wie Kotzhügel: Areal unter der Bavaria, das man als Wiesnbesucher meiden sollte. Außer man verspürt akute Übelkeit oder eine plötzliche Müdigkeit (bedingt durch übermäßigen Alkoholkonsum) und möchte sich zu Gleichgesinnten gesellen. Stichprobenartig werden dort aufgefundene Personen von Polizei und Sanitätern auf ihre Vitalzeichen hin untersucht.

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L wie Lederhose: Beinkleid für den modebewussten Herrn, auch Krachlederne genannt. Die Lederhose wird komplettiert durch den ==> Janker sowie passende Haferlschuhe, Kniestrümpfe oder Wadenwärmer. Varianten der Lederhose gibt es viele, von kurz über knielang, hell- oder dunkelbraun, blauen, grünen oder grauen Stickereien. Ein Kenner kann an der Lederhose die Herkunft des Trägers ableiten.

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M wie Maß: Gefäß, in dem das ==> Bier den Konsumenten erreicht. Darüberhinaus das Wort, das einen ==> Saupreiß am ehesten zu erkennen gibt. Die Aussprache ist nämlich trotz der kürze des Wortes nicht einfach. Die Betonung muss auf dem „ß“ liegen, das „a“ wird nur kurz ausgesprochen. Absolut falsch ist die Betonung „Maaaaas“.

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N wie Noagal: Trauriger Rest der ==> Maß, die der Trinkende nicht mehr schafft. Meist ein zwei Finger breites Überbleibsel ==> Bier im Krug, das bereits an Frische und Süffigkeit verloren hat. Wiesn-Neulinge halten am Noagal fest, während geübte Besucher sich lieber eine neue ==> Maß bestellen.

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O wie O’zapft is: Ausruf, auf den jährlich tausende Menschen sehnsüchtig warten. Mit besagtem „O’zapft is“ verkündet der Oberbürgermeister den erfolgreichen ==> Anstich des ersten Fasses und somit die offizielle Eröffnung der Wiesn.

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P wie Prost: Ausruf, der das Anstoßen mit den Krügen untermauert. Äquivalent zu „Stößchen“, „Cheers“, „A santé“, allesamt verpönt und auf der Wiesn unter keinen Umständen zu verwenden. Das Zuprosten kann als Gesprächseinstieg verwendet werden, allerdings ebenso Unterhaltungen beenden. Dann zu verwenden mit „Na dann Prost!“.

Q wie Qingdao: Kein unverständliches bayerisches Wort, sondern Ort in China, in dem das größte Oktoberfest außerhalb Münchens stattfindet. Circa 4 Millionen Besucher wurden letztes Jahr gezählt, über den Bierkonsum liegen keine gesicherten Zahlen vor.

R wie Reservierung: Beinahe die einzige Möglichkeit, einen Sitzplatz in den Zelten zu ergattern. Die Reservierungen starten bereits ein Jahr im Voraus, oftmals werden Stammgäste bevorzugt. Für eine Reservierung muss meist in Vorkasse gegangen werden, zwei Biermarken und eine Hendlmarke sind Standard. Von Reservierungsangeboten im Internet ist abzuraten, oft sind diese gefälscht. Ebenso nutzlos ist es, den Türsteher mit „Ich hab aber eine Reservierung, ich gehör zu dem Tisch da vorne“ überlisten zu wollen.

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S wie Saupreiß: Gängige, keineswegs boshaft gemeinte Betitelung eines Bayern für Personen, die jenseits des Weißwurstäquators beheimatet sind. Diesen zieht man in der Regel entlang der Donaulinie, auch der 49. Breitengrad wird oft als solcher definiert.

T wie Touristen: Menschengruppe, die den Großteil der Besucher des Oktoberfestes stellen. Als Tourist gilt dem Münchner bereits eine Person, die nicht innerhalb des Einzugskreises der S-Bahn liegt und somit mit Zügen, Auto oder gar dem Flugzeug auf die Wiesn anreisen muss. Oft wird Tourist auch gleichbedeutend mit ==> Saupreiß verwendet.

U wie Urinieren: Natürlicher Vorgang, sich dem ==> Bier zu entledigen. Nur zulässig in dafür vorgesehenen Räumlichkeiten, genannt WC. Oftmals wird das Urinieren außerhalb dieser Einrichtungen beobachtet, was der Bayer „wildbiesln“ nennt und unter Strafe steht.

V wie Verloren: Kann entweder eine Person sein, welche der Orientierung verlustig wurde, oder sich auf Gegenstände beziehen. Für letztere gibt es Hoffnung in Form des Fundbüros (täglich von 13 bis 23 Uhr geöffnet). Für erstere wird die Polizei empfohlen, die ebenfalls mit einer Außenstelle auf der Wiesn vertreten ist.

W wie Wadln: Unterschenkel des Mannes. Werden meist mit den Adjektiven „stramm“, „haarig“ oder „hoalos“ (hdt. „haarlos“, Synonym für „dünn“) beschrieben. Kommen besonders gut in einer ==> Lederhose zur Geltung. Wird auch als Dekoltée des Mannes bezeichnet.

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X wie Xanthippe: Übellaunige, streitsüchtige Frau. Kann entweder die eigene Ehefrau sein, die einem den zehnten Besuch auf der Wiesn nicht erlauben will, oder die griesgrämige Bedienung, die einem partout keine Aufmerksamkeit schenken will. Letztere als Xanthippe zu bezeichnen ist nicht empfehlenswert, da sich die Chancen auf eine weitere ==> Maß sofort in nichts auflösen würden. Wie Sie ihre Frau nennen, müssen Sie selbst entscheiden.

Y wie YouTube: Neuartige Plattform, auf der Videos von verbalen und körperlichen Ausfällen hoch geladen werden können, um sie so einer breiteren Masse zur Unterhaltung zugänglich zu machen.

Z wie Zuzln: Bestimmte Technik des Verzehrs einer Weißwurst, von der Ungeübten dringend abzuraten ist, da man sich sonst als ==> Saupreiß beziehungsweise ==> Tourist zu erkennen geben würde im (wahrscheinlichen) Falle des Misslingens.

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